Paula Schwarz will Veränderung.  "Ich verstehe nicht, warum alles voll mit Regeln ist." Deshalb hat sie eine NGO gegründet und gezeigt: Probleme sind auch anders lösbar.

Paula weiß, was sie braucht: "Ich will mit Leuten arbeiten, die visionsorientiert leben - und nicht krisengetrieben." Sie hat 2014 Startup Boat gegründet, ein kreativer Think Tank mit angeschlossenen Projekt-Phasen. Entstanden ist die Idee 2014 während der Wirtschaftskrise in Griechenland. Das Land liegt Paula am Herzen, denn ihre Mama ist Griechin.  "Ich wollte inspirierende Menschen ins Land holen", sagt sie.  

Dann passierte das, was wir heute Flüchtlingskrise nennen. Deswegen kümmerte sich Startup Boat hauptsächlich um Flüchtlings-Themen: Es entstand eine Plattform für Information, eine Plattform für Wohnungs-Vermittlungen und das war erst der Anfang. Heute gibt es eine angeschlossene Akademie, Projekt-Begleitung und Experten-Hilfe. Mehrere Millionen Nutzer kommen so insgesamt zusammen. "Wir befähigen dazu, Probleme selber anzugehen", sagt Paula. Das ist gerade in Zeiten von Krisen besonders wichtig - denn viele Menschen fühlen sich hilflos und zurückgelassen.

"Ich finde falsch ist, dass gesagt wird: Du darfst deinen Traum nicht leben."
Systemdenkerin Paula Schwarz

Paula hat für ihre Ideen Partner und Investoren gefunden: von Lufthansa über McKinsey bis Bayer, Google und Facebook. So sind etliche Millionen zusammen gekommen. "Mein privates Geld nutze ich nicht." Könnte sie aber, denn Paula kommt aus einem reichen Elternhaus. Ihr Großvater hat mit ihrem Großonkel nach dem Zweiten Weltkrieg ein Pharma-Unternehmen in Deutschland gegründet. Das Unternehmen hat die Familie mittlerweile verkauft. 

Doch Geld ist für Paula Mittel zum Zweck. Sie will helfen, neue Wege ausprobieren und stößt dabei immer wieder andere vor den Kopf: "Ich habe kein Problem damit, meine Reputation zu verlieren." Denn Paula ist überzeugt: Das System, in dem wir gerade leben, arbeiten, kontakten – das ist vor dem Ende. „In der Klasse meines kleines Bruders haben 11 von 18 einen blauen Brief bekommen. Da fragt man sich doch: Who is the idiot?!

"Ich habe als Kind Lampen und Tische angemalt. Dafür waren die nicht da."
Systemdenkerin Paula Schwarz

Wir brauchen ein neues System. Und Paula gehört zu den Menschen, die solche neuen Systeme denken und realisieren können. Sich selbst bezeichnet sie als System-Denkerin. Für sie hat sich schon früh vieles anders angefühlt. "Ich verstehe die Welt nicht und die Welt versteht mich nicht."  Irgendwann hat sie aber gemerkt: ihre Ideen funktionieren. Um zu arbeiten, braucht Paula flache Strukturen, echte Verantwortung und lebenslanges Lernen - für sie und ihr Team sind das nicht nur Phrasen, sondern gelebte Prinzipien.

"Ich habe gemerkt, dass die Gedanken, die ich denke, richtig sind."
CEO Paula Schwarz

In Eine Stunde Talk erzählt Paula, wie es sich anfühlt, wenn sie mehrere Millionen Euro Projektmittel einwirbt, was genau eine Systemdenkerin ist und warum sie sich die Haare abgeschnitten hat.