Journalismus wie im Wilden Westen - so bezeichnen andere Medien den öffentlichen Pranger der "Bild"-Zeitung. Hat die Boulevard-Marke am Ende den rechtlichen Boden verlassen?

Die letzten Schäden durch die Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel sind in Hamburg noch nicht ausgebessert, schon werden die Auswirkungen in der Medienszene stark diskutiert: So hat die "Bild" am Montag die Randalierer öffentlich gesucht, um dann am Dienstag gleich einen Fahndungserfolg zu melden. Mehr als ein Dutzend Personen sind von der "Bild" deutlich erkennbar gezeigt worden.

BILD versus Persönlichkeitsrecht

Deutliche Kritik gibt es in der Medienszene. Wenn Personen nicht durch die Polizei zur Fahndung ausgeschrieben sind, schützt sie das Persönlichkeitsrecht. Viele finden: Die "Bild" hat sich an das Persönlichkeitsrecht nicht gehalten. 

"Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch begründet in einem Tweet auch warum:

Doch was ist davon zu halten? Darüber reden wir in dieser Ausgabe von unserem Medienmagazin mit dem Strafrechtler Udo Vetter, der auch das mehrfach ausgezeichnete lawblog.de betreibt. 

Behörden überwachen Journalisten

Mit Vetter reden wir auch über die Pressefreiheit, die nach dem G20-Gipfel viele empfindlich betroffen sehen: Regierungssprecher Steffen Seibert musste sich in dieser Woche rechtfertigen, warum 32 Journalisten bei dem Gipfel nachträglich die Akkreditierung entzogen wurde.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung überwacht das Bundeskriminalamt offenbar seit Jahren Journalisten bei Gipfeltreffen. In dieser Ausgabe des Medienmagazins klären wir, ob es sich um tatsächliche Aufreger handelt, oder es sich am Ende um ein Sturm im Wasserglas handelt.

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