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"Finding Europe" - das ist das Motto der Internetkonferenz re:publica, die bis Donnerstagabend in Berlin stattgefunden hat. 800 Sprecher sorgten seit Dienstag für 450 Stunden Programm, das sich mit der digitalen Gesellschaft beschäftigte.

Netz-Philosoph Gunter Dueck erklärte die Schwarmdummheit der Masse, Googles Sicherheitschef beschrieb sein Verhältnis zu Geheimdiensten, die Pussy Riots veweigerten sich den Fragen ihres Moderators, woraufhin die Politik-Aktivistinnen beim Publikum durchfielen. Ein großes Lob bekam Astronaut Alexander Gerst. Er begeisterte für Wissenschaft und berichtete lebhaft von seiner Zeit auf der Raumstation ISS. Vom Publikum gab es hierfür viel digitalen Flausch.

Daniel Fiene war auf der re:publica unterwegs und hat ein paar Interviews mitgebracht:

  • Wie müssen Fernsehnachrichten für die mobile Generation aussehen? Das ZDF probiert es aus. Ab dem 18. Mai löst das Format heute+ die klassische Nachtausgabe der Nachrichtensendung ab. Die Reporter sollen mit ihrer eigenen Haltung Themen aufbereiten, schon vor der Sendung sind die Beiträge mobil und über soziale Netzwerke abrufbar. Doch taugt das was? Moderator Daniel Bröckerhoff stellt das Projekt vor.
  • Wie klingt das Radio der Zukunft? Bei der BBC wird an dieser Antwort von Frank Melchior und seinem Team geforscht. Der Head of Audio Research erklärt, dass wir in Zukunft responsives Audio erleben können. Dies hat eine räumliche und eine zeitliche Komponente. Es geht um 360-Grad-Audio statt Stereo und um Inhalte, die sich an das Zeitbudget des Hörers dynamisch anpassen.
  • Kauft sich Google bei Verlagen Sympathie ein? 150 Millionen Euro wird Google für eine Digital News Initiative zur Verfügung
    stellen. Gemeinsam mit europäischen Partnerverlagen soll ein Weg gefunden werden, wie Nachrichten in der mobilen und digitalen Welt ihren Nutzer erreichen können. Das Geld ist für Forschung, Schulung und Experimente vorgesehen. Das Engagement hat in der Medienwelt nicht nur Fans. Google-Deutschland-Sprecher Kay Overbeck erklärt die Motivation von Google, diese Initiative ins Leben zu rufen.
  • Können Journalisten gegen das neue Misstrauen ihrer Nutzer unternehmen? Die Debatte um die deutsche Medienberichterstattung nach dem Germanwings-Absturz zeigt, dass es auf Seite der Medien nicht nur Licht und viel Schatten gab - auch das Publikum hat sich verändert. In der breiten Gesellschaft wird das Misstrauen gegenüber Medien größer. Der Begriff "Lügenpresse" wird alltagstauglich. Das ändert sich nicht mehr, sagt Ethan Zuckermann, Leiter des Center for Civic Media am MIT Media Lab. Der Medienwissenschaftler erklärt aber auch, wie Journalisten sich auf dieses neue Verhältnis zum Leser, Hörer und Zuschauer einstellen können.

Während der Sendung könnt ihr mit uns direkt und über unsere Moderatoren Herr Pählerund Daniel Fiene über Twitter kommunizieren.