Wir haben unsere weltweit verstreuten Korrespondenten gebeten über die Gastfreundschaft in ihren Berichtsgebieten zu erzählen.

Schweden

Skandinavier nähern sich neuen Bekannten zögerlich, aber wenn es dann soweit ist, sind sie umso herzlicher. Dann legen sich die zurückhaltenden Schweden mal so richtig ins Zeug. Gern gesehenes Mitbringsel: Alkohol. Am besten Hochprozentiges. Weil das ist in Schweden ziemlich teuer. Kleiner Tipp: In Schweden zieht man an der Tür die Schuhe aus.

Ein Haus am Meer in Schweden.
In Schweden dauert es ein bisschen, bis man privat eingeladen wird.

Albanien

Mit Brot, Salz und Herz. So werden in Albanien Gäste empfangen - egal, ob man Geld hat oder nicht. Sogar für Touristen stehen viele Türen offen. Wer allerdings nach dem Essen sehr schnell einen Kaffee angeboten bekommt, sollte das als Aufforderung zum Gehen verstehen.

Indien

In Indien spielt Gastfreundschaft eine große Rolle bei Hochzeiten. Da werden alle Verwandten eingeladen und die müssen natürlich auch untergebracht werden – meist für mehrere Tage. Für Kurzbesuche gilt: Wer eine Einladung zum Tee ausschlägt, gilt als unhöflich. Und einen Urlaubsflirt mit der Tochter des Hauses anzufangen, das ist keine gute Idee.

Südafrika

Unser Korrespondent in Südafrika wird ständig eingeladen - zu Familienfeiern, zum Grillen oder zur Kneipentour. Und dabei werden Gäste schnell in die Familie integriert. Eins gilt es zu wissen: Die Südafrikaner legen viel Wert auf Höflichkeit und Freundlichkeit. Ernste, strenge Mienen sind nicht erwünscht.

Globus der so gedreht ist, dass man Südafrika sieht.
Unser Korrespondent findet Südafrika ist eins der gastfreundlichsten Länder überhaupt.

USA

Amerikaner sprechen schnell eine Einladung aus. Ob man diese Einladung auch annehmen kann, ist eine andere Sache. Jedes Gästezimmer hat in der Regel ein eigenes Bad. Also alles sehr komfortabel. Es gibt aber einen Spruch von einem der Gründerväter der USA, der bis heute gilt: Ein Gast ist wie Fisch. Nach drei Tagen fängt er an zu stinken.

Singapur

Im Stadtstaat Singapur werden nicht so schnell private Einladungen ausgesprochen. Wer dennoch eingeladen wird, sollte definitiv davon absehen, die Gespräche zu privat werden zu lassen. Gefühle kommen nicht zu Sprache.

Russland

Gastfreundschaft gehört in Russland zu den zentralen Werten. Das lernen die Kinder schon im Märchen. Allerdings ist die Gastfreundschaft Freunden und Verwandten vorbehalten. Was gar nicht geht: Sich den gemeinsamen Aktivitäten entziehen. Das gilt als unhöflich. Und wer länger bleibt, steuert Kleinigkeiten zum Essen bei.

Drei russische Holzpuppen auf einem Sideboard.
In Russland gilt Gastfreundschaft vor allem der Familie oder Freunden. Oder Freunden von Freunden.

Argentinien

Mit einem Argentinier kommt man schnell ins Gespräch. Aber es dauert ewig, bis man nach Hause eingeladen wird. Vielleicht auch nie. Manche glauben, diese Reserviertheit ist noch eine Folge der Diktatur, wo man sich nur in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlte.