Vor ungefähr zehn Jahren hat Jan Meessen in Neuseeland das erste Mal ein Stand-up-Paddler gesehen - und ist kurze Zeit später selbst aufs Paddle-Board aufgestiegen. Liebe auf den ersten Blick war es nicht, doch nach anfänglichen Schwierigkeiten gibt es kaum einen Ort, den er nicht mit seinem Board besucht.

Jan Meessen hat sich das paddeln auf dem Board selbst beigebracht und ist seitdem begeistert damit auf der ganzen Welt unterwegs.

"Wenn das Wasser ganz klar ist, kann ich 10 bis 20 Meter in die Tiefe gucken. Das ist eine ganz andere Welt, wie wenn ich in einem Kanu sitzen würde. Wenn man nicht ganz schwindelfrei ist, kann das auch zu Schwierigkeiten führen."
Jan Meessen, Autor und Reiseführer

Viele Jahre war er überzeugt: SUP kann jeder lernen (SUP = Stand-up-Paddling). Im Laufe der Jahre, in denen er Schulungen gegeben hat und mit vielen Menschen unterwegs war, muss er seine Aussage aber ein wenig revidieren. Ein wenig Gleichgewichtssinn sollten Interessierte jedenfalls mitbringen.

Zwölf Meter lange Haie als Wegbegleiter

Jan Meessen liebt das SUP. Besonders reizen ihn seine Entdeckungen auf seinen Touren auf dem Meer: Fische und Meerestiere aller Art. Manchmal sind auch ein paar Haie dabei, so wie an der Baccha California in der Nähe von Mexiko. Die zwölf Meter langen Wal-Haie sind die längsten Haie der Welt. Der Vorteil: Sie schwimmen ganz langsam und mit ihrer Flosse über der Wasseroberfläche - so lässt es sich ganz entspannt hinter ihnen herpaddeln.

"Ich war einen Sommer in Schweden unterwegs, bis hinter den Polarkreis. Auf einem der Seen habe ich erst in einer Pause realisiert, wie einsam ich dort war - keine Kondensstreifen am Himmel, keine Strommasten, keine Häuser, keine Leute."
Jan Meessen, Autor und Reiseführer

Mit seinem SUP kommt Jan Meessen an die entlegensten Orte der Welt. Das kann manchmal die totale Einsamkeit bedeuten - die sich auch mal unheimlich anfühlen kann. Nichtsdestotrotz kann er auch die Ruhe genießen, die damit verbunden ist.

Ruhige Wasseroberfläche, schönes Licht

Die schönsten Erlebnisse hat Jan Meessen, wenn mehrere glückliche Zufälle zusammenkommen: eine ruhige Wasseroberfläche, besondere Fische, beruhigende Lichtverhältnisse, die richtige Tageszeit.

"Wenn ich mit meinem SUP unterwegs bin, schaue ich ganz anders auf meine Reise. Ich suche gezielt nach Orten, die zum paddeln geeignet sind."
Jan Meessen, Autor und Reiseführer

Manche Gewässer oder Teilbereiche sind für das SUP-Board gesperrt. Doch grundsätzlich gilt: Überall wo ein Schlauchboot erlaubt ist, ist auch das paddeln erlaubt. Allerdings gibt es regionale und auch jahreszeitliche Unterschiede. Doch auch das ändert für Jan Meessen nicht die Freiheit, die sein SUP-Board ihm bietet.