Müllvermeidung

Einwegplastik soll weg - das sind die Alternativen

Plastikstrohhalm, Plastikgabel und Plastikteller sind bald Geschichte: Die EU hat sich auf ein Verbot von Einwegplastik geeinigt. Kein Problem - mit dem richtigen Ersatz.

Das Einwegplastikverbot der EU soll 2021 in Kraft treten. Außerdem sollen die EU-Staaten mehr recyceln. Mit den Maßnahmen soll die Menge an Plastikmüll reduziert und die Meere entlastet werden. Rahel Klein aus unserem Deutschlandfunk-Nova-Team hat sich den EU-Beschluss genauer angesehen.

Unter das Verbot fallen folgende Produkte:

  • Plastikbesteck
  • Wattestäbchen aus Plastik
  • Plastikteller
  • Plastikstrohhalme
  • Lebensmittelbehälter aus Polystrol- das ist geschäumtes Plastik

Bei Feuchttüchern muss ab 2021 eine Kennzeichnung auf die Verpackung, die über die Umweltschäden informiert. Bei Tabakfiltern aus Plastik können die Hersteller künftig an den Kosten fürs Wiedereinsammeln beteiligt werden.

Für die meisten Plastikdinge, die verboten werden, gibt es schon Alternativen. Plastikstrohhalme können durch Halme aus Pappe ersetzt werden. Es gibt auch Trinkhalme aus Edelstahl oder aus Glas. Diese haben den Vorteil, dass sie in der Spülmaschine leicht gereinigt und beliebig oft wiederverwendet werden können.

Es gibt auch Trinkhalme aus Holz oder Bambus – wobei Bambus den Nachteil hat, dass es recht stark nach Bambus schmeckt. Diese Halme lassen sich auch nicht einfach reinigen.

Trinkhalme aus Makkaroni haben wir hier im Programm auch bereits getestet. Diese werden nach etwa 45 Minuten weich. Es gibt auch solche aus Apfelresten, die kann man sogar essen.

Viele Bars verzichten schon jetzt auf Plastik. Sie benutzen entweder gar keine Strohhalme mehr, weil sie für die meisten Drinks nicht nötig sind – oder nehmen die Alternativen. Die Bar am Steinplatz in Berlin ist vor einem Jahr auf Glastrinkhalme umgestiegen

"Wenn man sich mit dem eigenen Müll auseinandersetzt und abends einen Berg an Plastiktrinkhalmen hat, kann man nicht einfach weggucken."
Anne Linden, Bartenderin, Bar am Steinplatz

Die Kunden nähmen die Umstellung positiv auf, sagt Anne. Ihnen gefalle, dass es in der Bar das Bewusstsein dafür gebe. Um die Drinks zu mixen, verwenden Anne und ihre Kollegen Metallröhrchen.

Andere Plastikprodukte lassen sich auch ersetzen, sind aber teilweise erheblich teurer.

  • Wattestäbchen gibt es auch aus Holz oder Pappe
  • Einweggeschirr aus Zuckerrohr oder Palmblättern 
  • Besteck lässt sich aus Hirse, Reis und Weizen backen 

... und für Pommes gibt es auch noch Holzpiekser.

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