Der Plastikstrohhalm steht auf der Abschussliste. Darum müssen Alternativen her. Ein Bäcker aus Bielefeld backt deshalb Trinkhalme aus Nudelteig. Seine Kunden stehen drauf. Jetzt machen wir den Trinknudel-Test.

Auch wenn der Strohhalm Strohhalm heißt, ist er so gut wie immer aus Plastik. Für eine Sache, die wir nur wenige Minuten benutzen und die dann zu Müll wird, eine ziemliche Verschwendung. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christoph Sterz hat nach einer Alternative gesucht und sie gefunden: Wir schlürfen unser Getränk einfach aus Makkaronis!

Die gibt es im Nudelregal im Supermarkt. Oder bei einem Bäcker in Bielefeld, der die Trinkhalme selbst backt. Auf der Zutatenliste von Hans-Martin Rolf stehen Hartweizenmehl, Eigelb, Wasser, Salz und paar Tropfen Öl - die klassischen Zutaten für einen Nudelteig eben. Für seine "Manufaktur-Trinkhalme" bekam er viel Zuspruch, und sie sehen auch richtig gut aus.

Die Nudel darf nicht aufweichen

Ob vom Bäcker oder aus dem Supermarkt, wir wollten wissen, was die "Trinknudel" oder der "Nudelhalm" denn nun kann. Deshalb hat Reporter Christoph den Anwendungstest gemacht. Je eine Makkaroni hat er als Trinkhalm in ein Glas mit Cola und in ein Glas mit Wasser gestellt. Wenig überraschend werden die Nudeln irgendwann weich. Bei uns hat es etwa eine Dreiviertelstunde gedauert, und die ganze Sache sah dann auch nicht mehr so schön aus. Aber meist trinken wir Getränke schneller. Darum ist die Makkaroni durchaus brauchbar, so das Fazit unseres Reporters. 

"Das ist genau so gut wie jeder Plastikstrohhalm."
Moderator Markus Dichmann über die "Trinknudel"

Alle Einwegprodukte aus Plastik werden verschwinden

Mit Blick auf Einwegprodukte aus Plastik scheinen die Tage ohnehin gezählt. Für den Strohhalm eh, aber die EU wie Großbritannien verfolgen Pläne, solche Einwegprodukte ganz zu verbieten. Erste Unternehmen haben bereits in Sachen Strohhalm reagiert: Rewe und Penny nehmen sie bis Ende 2018 aus dem Sortiment, Lidl und Kaufland wollen bis Ende 2019 folgen. Und auch Starbucks und die britischen Filialen von Mc Donald’s haben das vor. 

Natürlich werde der Verzicht von Strohhalmen nicht das Plastikmüllproblem in den Weltmeeren auf einen Schlag lösen, sagte Georg Mehlhart vom Öko-Institut in Darmstadt im Deutschlandfunk. Aber das von der EU-Kommission vorgeschlagene Verbot von Plastikstrohhalmen sei ein guter Schritt, um zu zeigen, was möglich sei. 

"Das Verbot von Plastikstrohhalmen wird sicherlich nicht den Strudel im Pazifik reduzieren. Es ist im Grunde ein Vorgriff auf das, was jetzt von der EU-Kommission vorgeschlagen wird. Insofern ist es ein guter Schritt, weil es demonstriert, dass es eben geht."
Georg Mehlhart, Öko-Institut in Darmstadt

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