Rohstoff statt Müll: Ein Unternehmen in Schwerin hat sich auf das Recyclen von Plastikfolien und Verpackungen spezialisiert. Seit dem Mülleinfuhrverbot in China ist die Nachfrage enorm gestiegen.

Von Abfällen will Firmenchef Michael Hofmann nichts wissen. Für ihn sind die zusammengepressten und stinkenden Plastikballen ein Rohstoff. Ein Rohstoff, der in einer "Schatzkammer" aufbewahrt wird. Auch wenn sich Reporterin Silke Hasselmann dort lieber die Nase zuhalten würde. Denn an den Folien kleben noch Reste von Tiefkühlpizza, Spinat, Gartenerde, Kartoffelchips, Wurst und Scheibenkäse.

Für Michael Hofmann, der 2016 in Schwerin die "Folienveredelung Hamburg" gegründet hat, sind genau diese Abfälle ein lohnendes Geschäftsmodell. Denn als eine von wenigen Unternehmen weltweit werden hier auch superdünne und superleichte Folien verarbeitet, deren Reinigung und Trocknung kompliziert ist.

Seltenes Folienrecycling

Möglich wird das mit dem Hydro-Dyn-Verfahren. Das steht für hydrodynamische Friktionsreinigung. Hundert Quadratmeter pro Sekunde werden gereinigt, um eintausend Kilogramm neuen Kunststoff erstellen zu können.

"Das ist das weltweit wirtschaftlichste Verfahren, das es gibt. Das ist darauf spezialisiert, in ganz kurzer Zeit große Oberflächen zu reinigen."
Michael Hofmann, Chef der "Folienveredelung Hamburg"

Bisher war China der größte Abnehmer von Plastikabfällen. Dort wurden sie dann mit Hilfe von Kinderarbeit und umweltbelastenden Verfahren zu Polyethylen-Granulaten hergestellt. Vor ein paar Monaten hat die chinesische Regierung die Einfuhr von ausländischen Plastikabfällen aber verboten. Die Folge: In China wird das Granulat knapp aus dem viele Produkte hergestellt wurden.

Das Granulat muss jetzt im Ausland besorgt werden - und so landen derzeit Kunden aus China bei Hofmanns Firma in Schwerin. Denn dort wird das Granulat ebenfalls hergestellt - allerdings unter Einhaltung strengerer Umwelt- und Arbeitsschutzregeln.

Recycling bleibt notwendig

Michael Hoffmanns Forderung an die Politik: Dafür sorgen, dass die Verpackungsindustrie ausschließlich Kunststoffe in den Verkehr bringen darf, die viele Male wiederverwertbar sind.

"Wenn man Geld dafür bezahlen kann, dann wird niemand eine Plastiktüte liegenlassen, sondern wird sie einsammeln und dafür sorgen, dass sie verwertet wird."
Michael Hofmann, Chef der "Folienveredelung Hamburg"

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