Das war ein spektakuläres und vor allem einmaliges Eishockey-Finale: Kanadas Nationalmannschaft gegen ein europäisches Außenseiterteam.

Das hatten sich die Organisatoren vom Eishockey World Cup in Kanada so hübsch ausgedacht: Im Finale sollten die beiden Eishockeynationen Kanada und USA stehen. Das wäre ein grandioses Match geworden, bei dem jeder halbwegs sportbegeisterte Nordamerikaner vor der Glotze gehangen hätte. Und damit auch noch ein paar Europäer zugucken, die von Eishockey ja keine Ahnung haben, dürfen die auch zum World Cup ausnahmsweise mit einem Best-of-the-Rest-of-Europe-Team antreten.

Team Europe rockt den World Cup in Kanada

Ein hübscher Plan, der aber nicht aufging: Denn das Außenseiterteam aus Europa rockte den World Cup! Die 23 Sportler aus Deutschland, der Slowakei, Schweiz, Österreich, Dänemark, Frankreich, Norwegen und Slowenien gewannen ein Spiel nach dem anderen. Schon zum Auftakt putzen sie die starken US-Amerikaner vom Eis - und standen schließlich dem Favoriten Kanada gegenüber. Erst im Finale, im Best-of-Three, triumphierte Kanada schließlich nach zwei Matches.

Bei diesem Turnier, auch wenn die Europäer es nicht gewonnen haben, ist das Team Europe trotzdem der Gewinner schlechthin. Wer hätte denen das vorher zugetraut?"
Heiko Oldörp, Sportjournalist

Am World Cup nahmen vier europäische Teams teil: Russland, Schweden, Finnland und Tschechien sind klassische Eishockey-Nationen. Aus den übrigens Nationen wurde dann das Europe-Team zusammengewürfelt. "Das sind alles Jungs, die schon seit Jahren in der amerikanischen NHL, der besten Eishockey-Liga der Welt, spielen", sagt der Sportjournalist Heiko Oldörp. Trotzdem: Erst einen Monat vor dem Turnier spielten die 23 Sportler zum ersten Mal gemeinsam.

"Ich glaube, die größte Stärke von diesem Team war, dass ihnen niemand etwas zugetraut hat."
Heiko Oldörp, Sportjournalist

Bis zu den großen Erfolgen von Team Europe hatte es niemand auf dem Schirm. "Team Europe ist nie erwähnt worden", erklärt Heiko Oldörp, "das war wie so eine Beilage zum Salat". Nett, dass sie dabei sind, aber eigentlich interessiert sich niemand dafür. Den Spielern war die Rolle als Underdog herzlich egal, sie waren sich ihrer Stärken bewusst. Und nun, nach der Niederlage im Finale gegen Kanada, sind viele der 23 Sportler heiß begehrte Kandidaten für NHL-Teams.