Das größte Höhlensystem der Welt befindet sich auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko. Es hat eine Länge von schätzungsweise 7.000 Kilometern und birgt jede Menge Überraschungen: Knochen, Skelette, Schädel und Reste von Behausungen, die Tausende Jahre alt sind. Wolfgang Stinnesbeck entführt uns in eine faszinierende Unterwasserwelt. 

Stinnesbeck berichtet von der letzten Eiszeit, die vor etwa 15.000 bis 20.000 Jahren herrschte. Heute sind die Höhlen, in denen früher große Tiere und kleine Menschen gelebt haben müssen, geflutet.

"Die Faultiere der Eiszeit, die es in Nord- und Südamerika gegeben hat, das waren zum Teil Tiere, die sechs oder sieben Meter groß waren."
Wolfgang Stinnesbeck, Geowissenschaftler

Der Meeresspiegel liegt heutzutage gut hundert Meter höher als damals. Wer also auf die Reste von Leben stoßen will, muss sehr tief tauchen – und das auch noch im Dunkeln. Das ist lebensgefährlich und hat schon Tote gefordert.

Nur zu einem Siebtel erforscht

Dennoch lassen die Wissenschaftler nicht nach. Denn sie vermuten noch viele weitere Funde in dem riesigen System, das nur zu etwa einem Siebtel erforscht ist. Das älteste auf Yucatán gefundene Skelett muss mindestens 13.000 Jahre alt sein und gibt neue Antworten, aber auch neue Rätsel auf über die früheste Besiedlung des amerikanischen Kontinents.

Wolfgang Stinnesbeck hat selbst viele Jahre in Mexiko gelebt und dort eine Forschungsstation aufgebaut. Auch heute noch reist der Paläontologe der Universität Heidelberg mehrfach im Jahr in die Nähe von Cancún, da es dort - wie er sagt - noch unendlich viel zu entdecken gibt. Und zwar aus der Zeit vor den Mayas. 

Über seine bisherigen Erfahrungen hat er am 31. Januar 2018 für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Wissenschaftszentrum Bonn in der Reihe "Exkurs" berichtet. Sein Vortrag trägt den Titel "Auf dem Weg nach Amerika - Eiszeitliche Funde aus Unterwasserhöhlen".