Smartphones und Datenträger sind oft wichtige Beweismaterialien bei der Ermittlungsarbeit. Der speziell ausgebildete Hund Artus findet sie, wie gerade auf einem Campingplatz in Lüdge, wo auf einem Campingplatz ein sexueller Missbrauch ermittelt wird. Wir haben mit dem Diensthundeführer Jörg Siebert über seine Arbeit mit Artus gesprochen.

Hunde können mit ihrem hervorragenden Geruchssinn alles Mögliche erriechen. Manche sind auf Sprengstoff trainiert, andere auf Drogen oder Trüffel.

Der Polizeihund Artus ist dagegen auf etwas spezialisiert, womit er sich einen gewissen Exklusivitätscharakter verleiht: Der Schäferhund kann seltene Erden und andere Metalle riechen, etwa Lithium und Goldlegierungen. Mit dieser Fähigkeit kommt er zum Einsatz, wenn die Polizei vermutet, dass irgendwo Handys, Festplatten, USB-Sticks und andere elektrische Geräte versteckt sind.

"Durch das Hecheln erhöht sich die Körpertemperatur um ein bis zwei Grad beim Hund. Deswegen machen wir nach 30 Minuten immer eine größere Pause."
Jörg Siebert, Diensthundeführer

Die Suche nach diesen Geräten ist für Hunde schwieriger als die nach Drogen, denn diese haben einen stärkeren Geruch, im Fachjargon heißt das Gasdruck. Artus muss deshalb näher an die zu suchen Objekte heran und intensiver suchen als etwa Drogenspürhunde.

"Das ist sehr anstrengend", sagt der Diensthundeführer Jörg Siebert. Artus würde immer mit leicht erhöhter Körpertemperatur suchen, muss intensiv riechen und atmen. Nach 30 Minuten bekommt er eine Pause, maximal drei Suchvorgänge pro Tag sind üblich.

Elektronik-Spürhund meistens im Gefängnis im Einsatz

In Lüdge dagegen, wo aktuell auf einem Campingplatz ein sexueller Missbrauch ermittelt wird, hat Artus sechs Sucheinsätze an einem Tag gehabt. "Dementsprechend erschöpft ist Artus gerade", sagt Jörg Siebert. Die Suche in Lüdge wurde durch Dreck und Tierleichen erschwert.

Artus sucht nur nach Elektronik, wenn er den Befehl von Jörg Siebert bekommt. Der beginnt mit einem Ritual: Artus bekommt ein Halsband um, das ihm signalisiert, dass es losgeht. Jörg Siebert hat zudem immer Spielzeug in der Tasche. "Dafür macht der Hund das, das will er haben."

"Wenn ich Artus ein Brathähnchen hinlege und daneben sein Spielzeug, würde er sich immer fürs Spielzeug entscheiden."
Jörg Siebert, Diensthundeführer

In den meisten Fällen kommt Artus in Gefängnissen zum Einsatz. Und in einem Gefängnis ist auch sein Dienstsitz - in der Justizvollzugsanstalt Zeithain im Landkreis Meißen.) Der Gebrauch von Handys ist den Insassen untersagt. "Und leider bestellen sie der Nachtschicht nicht einfach zehn Pizzen", sagt Jörg Siebert. Oft begingen sie damit weitere Straftaten oder bedrohten Zeugen.