Den Begriff "Trüffelschwein" wird es wohl bald nicht mehr geben. Trüffelsucher setzen inzwischen auf Hunde. Die finden die Trüffel ebenso zuverlässig - fressen sie aber nicht gleich auf.

Trüffel sind eine Delikatesse. Der Nachteil: Sie wachsen unter der Erde. Menschen brauchen also Hilfe bei der Suche. Früher wurden Schweine eingesetzt, heute aber (fast) ausschließlich Hunde. Das hat für die Trüffelsucher gleich mehrere Vorteile:

  • Schweine fressen gerne Trüffel - deswegen ist es riskant, sie auf Trüffelsuche zu schicken.
  • Beim Ausgraben beschädigen sie zudem oft die Wurzelspitzen der Knollen. Hunde suchen (und finden) nur, fressen aber nicht.
  • Hunde lassen sich leicht in einem Auto transportieren und generell leichter abrichten.
"Die Gefahr ist ziemlich groß, dass das Schwein die Trüffel schnell frisst und der Mensch das Nachsehen hat."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk Nova
Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

Im Prinzip eignet sich jede Hunderasse für die Trüffelsuche. Wichtig ist, dass der Geruchssinn stark ausgeprägt ist. Es hilft auch, wenn der Hund neugierig und verspielt ist. Das macht es einfacher, ihn für die Suche auszubilden.

Die Hunderasse Lagotto romagnolo eignet sich besonders gut für die Trüffelsuche.
© dpa | imago | imagebroker | Collage Deutschlandfunk Nova
Die Hunderasse Lagotto Romagnolo wird in Italien traditionell für die Trüffelsuche eingesetzt.

Am besten beginnt man schon im Welpenalter damit, die Hunde auf die Trüffelsuche vorzubereiten. Ein Trick, den manche Trainer dabei anwenden, ist, die Zitzen der Muttertieres unmittelbar nach der Geburt der Welpen mit Trüffelsaft einzureiben.

Immer wenn der Welpe gesäugt wird, nimmt er dann den Trüffelgeruch war, den er dann automatisch mit der Nahrungsaufnahme verbindet. Für die Ausbildung kann es aber auch ausreichen, den Hund konventionell mit Futter zu belohnen, wenn er eine Trüffelknolle findet. 

Trüffelsuche: Hunderasse Lagotto Romagnolo eignet sich besonders gut

Der Lagotto Romagnolo ist eine italienische Hunderasse, die seit vielen Jahren für die Trüffelsuche eingesetzt wird. Diese Rasse zählt zu den Apportier- und Stöberhunden und eignet sich besonders gut, weil sie alle wichtigen Eigenschaften mitbringt.

Lagotto Romagnolos lassen sich gut zu erziehen, sind verspielt und haben einen überragenden Geruchssinn: Alles Eigenschaften, die einen guten Trüffelsuchhund ausmachen. Die mittelgroßen Hunde, mit dem stark gekräuselten Fell, ähneln ein bisschen den Pudeln. Besonders in der Schweiz gibt es immer mehr Hundeschulen, die auch privaten Hundealtern anbieten, ihre Hunde für die Trüffelsuche auszubilden. 

"Es gibt auch Insekten, die bei der Suche nach den kostbaren Knollen eine große Hilfe sein können."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk Nova

Manche Trüffelsucher benötigen keine Hunde, um Trüffel aufzuspüren. Sie beobachten ein Insekt, das sie zu den Trüffeln führt: die Rötliche Trüffelfliege. Die legt ihre Eier, dank eines besonders fein ausgeprägten Geruchsinns, im Wald immer an Stellen ab, an denen sich unter der Erde Trüffelknollen befinden.

Der Grund für die gezielte Eiablage: So haben die aus den Eiern schlüpfenden Fliegenmaden einen vergleichsweise kurzen Weg zu ihrer ersten Nahrungsquelle - den Trüffeln. 

Den Trüffelsuchern, die diese Methode anwenden wollen, empfiehlt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig sich mit Insektenkunde zu befassen. Zum einen ist es notwendig, die Rötliche Trüffelfliege eindeutig zu identifizieren. Zum anderen benötigt man gute Augen, um das kleine Insekt nicht aus dem Blick zu verlieren. 

Mehr Tiergespräche auf Deutschlandfunk Nova: