Seit einem Jahr müssen Händler Elektroschrott zurücknehmen. Aber einige Unternehmen machen einfach nicht mit. Was wir Verbraucher in so einer Situation tun können. 

Seit einem knappen Jahr sind viele Händler verpflichtet, Elektroschrott zurückzunehmen. Verbraucherschützer, Deutsche Umwelthilfe und Branchenverbände sagen: Die Nachfrage nach den Rückgabemöglichkeiten sei gering und der Aufwand hoch.

Wie ist der Stand der Dinge?

1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott fallen jedes Jahr an, Tendenz steigend. Nach Schätzungen der Umwelthilfe landen nur ungefähr 600.000 Tonnen bei Elektronik-Händlern und auf Wertstoffhöfen. Das heißt: 60 Prozent des jährlichen Elektroschrotts werden nicht fachgerecht entsorgt.

Das ist eine Verschwendung von Ressourcen, denn die meisten Elektrogeräte enthalten wertvolle Materialien, die sich wiederverwenden ließen.

Wo sich Elektroschrott fachgerecht entsorgen lässt:

  • Jeder Recyclinghof nimmt alles an, von der Waschmaschine bis zum Handy.
  • Geschäfte, die Elektrogeräte verkaufen und größer sind als 400 Quadratmeter, sind seit einem Jahr verpflichtet, Elektroschrott anzunehmen. Große Geräte wie Kühlschrank oder Waschmaschine nehmen sie immer dann an, wenn ein neues Gerät bei diesem Händler gekauft wird.
  • Elektroschrott kann an Händler auch per Post geschickt werden, bei diversen Händlern klappt das schon recht problemlos: Paketmarke ausdrucken und den Elektroschrott kostenlos wegschicken.
  • Oder man wirft die Sachen einfach in einen Briefkasten. Die Post bietet unter dem Label "Electroreturn" an, alles, was in einen Maxibrief passt und nicht schwerer als ein Kilo ist, kostenlos an einen Recyclinghändler zu schicken.

Vor allem von den Möglichkeiten für Verbraucher, alte Geräte an die Händler zurückzugeben oder zu schicken, wissen viele noch nicht. Elektrogeschäfte werben dafür nicht.

Außerdem nehmen manche Händler die Geräte einfach nicht an, obwohl sie es müssten, sagt Phillip Sommer von der Deutschen Umwelthilfe. Sie hat zusammen mit "ZDF Wiso" kurz nach der Einführung des Gesetzes getestet, wie die Händler damit umgehen.

Ordnungsamt kontaktieren

Den gleichen Test haben sie ein Jahr später nochmal gemacht, und es ist zumindest bei einigen Händlern besser geworden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Bei Verweigerung, alte Geräte anzunehmen, Ordnungsamt kontaktieren.