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Destiny hat einen Fünfjahresplan – dazu gehört auch, wann sie mit ihrem Mann potenziell Kinder bekommen möchte. Dieser Plan ist ziemlich detailliert. Doch wie sehr können wir uns wirklich auf die Elternschaft vorbereiten?

Destiny möchte mindestens ein Kind. Dafür plant sie bereits alles, was vorher erledigt sein muss: Finanzen, ihre Beziehung, ihre Gesundheit. So ähnlich lief das auch bei ihrer Hochzeit ab, die ebenfalls sehr durchgeplant war. Destinys Credo lautet daher: Es ist sehr schlau, die eigene Beziehung wie ein Business zu sehen.

"Ich habe gerne so einen Fünfjahresplan und weiß: In drei Jahren passiert das bei mir im Leben. Und in vier Jahren passiert das."
Destiny, möchte in etwa drei Jahren ein Kind

Finanzen, Gesundheit, Kommunikation

Destiny könnte sich vorstellen, in etwa drei Jahren ihr erstes Kind zu bekommen. Eine entscheidende Sache, die sie bis dahin geregelt haben möchte, sind die Finanzen. Ihr Mann Lucas hat deshalb inzwischen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Destiny selbst hat einen Finanzplan aufgestellt. "Wir haben uns dazu entschieden, dass ich in den ersten zwei Jahren zu Hause bleibe", sagt sie. "Deshalb brauche ich auch eine gewisse finanzielle Absicherung."

Wichtig ist für Destiny außerdem die Kommunikation. Deshalb war es für sie essenziell, dass sowohl sie als auch ihr Mann eine Therapie machen, um beispielsweise Traumata aufzuarbeiten.

Destiny und ihr Mann Lucas
© August Hill
Destiny und ihr Mann Lucas haben bereits ihre Hochzeit sehr gut durchgeplant
"Damit wir dann auch in Zukunft besser kommunizieren können, wie wir uns gerade fühlen und wie ich dann meinem Partner zum Beispiel helfen kann und er mir."
Destiny, möchte in etwa drei Jahren ein Kind

Auch die Gesundheit ist für die beiden ein wichtiges Thema. "Wir achten darauf, dass wir uns viel bewegen", sagt sie. "Er geht zum Beispiel ins Fitnessstudio. Ich selbst versuche gerade, meinen Körper mehr zu bewegen – sei es durch Tanzen oder indem ich öfter spazieren gehe." Außerdem wollen Destiny und ihr Mann ihre Blutwerte bei einem Check-up überprüfen lassen.

Bucket List vor dem Kinderkriegen

Bevor die Kinder da sind, wollen die beiden aber auch noch einiges erleben. Ganz oben auf der Liste steht das Reisen. "Wir wollen auf jeden Fall nach Japan. Das ist eines unserer Must-Dos ohne Kinder", so Destiny. "Und wir wollen für ein paar Monate in ein europäisches Land ziehen."

Wenn der Nachwuchs dann da ist, möchte Destiny trotzdem nicht auf Me-Time und Paarzeit verzichten. Deshalb werden Großeltern und Freunde in die Kinderbetreuung einbezogen. "Das heißt, die Kinder werden unter der Woche auf jeden Fall ein bis zwei Stunden bei Oma und Opa verbringen."

Soziologie des Kinderkriegens

Destinys Plan steht. Aber ist sie ein Einzelfall, oder handhaben das auch andere Paare so? Kinderkriegen wurde in der Wissenschaft viele Jahre lang fast nur als biologisches Phänomen betrachtet; die kulturelle und soziale Ebene erhielt nur wenig Aufmerksamkeit, erklärt der Soziologe Peter Hofmann. Er forscht seit Jahren zur soziologischen Perspektive auf das Kinderkriegen.

"Früher war das Kinderkriegen eine absolute Selbstverständlichkeit. Das ist es heute nicht mehr", sagt der Soziologe. "Paare mit mittlerem Einkommen und mittlerem Bildungsstand bekommen statistisch gesehen am ehesten Kinder."

"Paare in stabilen Beziehungen bekommen häufig Kinder. Unsicherheit oder prekäre Beschäftigung wirken sich nicht gut aufs Kinderkriegen aus."
Peter Hofmann, Soziologe

Peter Hofmann erklärt außerdem, dass Männer in Beziehungen in der Regel zwei bis drei Jahre älter sind als Frauen. Das führt dazu, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes häufiger aus der Erwerbstätigkeit ausscheiden und die Care-Arbeit übernehmen, da Männer mit drei Jahren Berufserfahrung oft mehr verdienen.

Warum Paare Kinder bekommen

Wer Kinder bekommt, muss sich auch über die finanziellen Belastungen im Klaren sein: Statistisch gesehen können Kinder bis zum 18. Lebensjahr bis zu 200.000 Euro kosten. Dass sich Paare trotzdem für Kinder entscheiden, liegt daran, dass sie einen bestimmten Lebensstil verwirklichen möchten, erklärt der Soziologe. "Vielleicht ist es auch der Wunsch nach etwas Langfristigem im Leben, das andere Projekte überdauert."

Wie gut lässt sich Elternschaft planen?

Destiny hat klare Vorstellungen davon, wie ihre Elternschaft aussehen soll und möchte so viel wie möglich durchplanen. Ihr Mann Lucas hingegen sei eher der Typ, der im Hier und Jetzt lebe und Dinge auf sich zukommen lasse, sagt sie.

"Ich bin die Person in unserer Beziehung, die sehr zukunftsorientiert ist."
Destiny, möchte in etwa drei Jahren ein Kind

Eine gewisse Vorbereitung auf das Thema Elternschaft findet die systemische Therapeutin Anna Schmutte nicht verkehrt. Sie glaubt jedoch nicht, dass Paare alle Details von A bis Z durchplanen können.

Über Care-Arbeit sprechen!

Ein wichtiges Thema im Vorfeld sei, wie die Care-Arbeit aufgeteilt werden kann. "Welche Unterstützung man im Umfeld hat, ob die Eltern oder Schwiegereltern vor Ort sind und ob diese eventuell bereit wären, mit anzupacken, wenn man einmal Unterstützung braucht", so die Therapeutin.

Auch der finanzielle Aspekt sei wichtig. Paare sollten sich fragen: Brauchen wir eine größere Wohnung oder passt es auch in der aktuellen mit Nachwuchs? Und: Wie läuft es eigentlich in der Beziehung? Gibt es Themen, die wir vielleicht vorher noch bearbeiten wollen?

Anna Schmutte, systemische Therapeutin und Kinderfrage-Coach
© Nane Diehl
Anna Schmutte, systemische Therapeutin und Kinderfrage-Coach

Kinderwunsch hinterfragen

Die Therapeutin rät Frauen auch dazu, sich zu hinterfragen, warum sie sich ein Kind wünschen. "Es ist wichtig zu spüren, dass man sich wohlfühlt und sich das gut vorstellen kann, also dass man eine Bereitschaft dazu spürt und es nicht nur aus Angst tut, beispielsweise die Beziehung zu verlieren", erklärt sie.

Wie beeinflusst Elternschaft den Beruf?

Frauen sollten auch im Blick haben, wie sie beruflich aufgestellt sind, sagt Anna Schmutte: "Kann ich nach der Elternzeit, die ich mir nehmen möchte, wieder zurückkehren? In welcher Form kann ich zurückkehren? Welche finanziellen Mittel stehen mir zur Verfügung?" Wichtig sei auch, wie Arbeitgeber gegenüber Mitarbeitenden eingestellt sind, die Mütter werden.

Gedanken über all diese Dinge sollte sich auch der Partner oder die Partnerin machen und überlegen, wie die schwangere beziehungsweise gebärende Person unterstützt werden kann:

  • Inwiefern kann ich meine Arbeitszeit reduzieren?
  • Wie teilen wir uns die Care-Arbeit gut auf?
  • Wie viel Elterngeld bekommen wir?
  • Wie sähe ein finanzieller Ausgleich für die Partnerin aus, die schwanger wird und länger nicht arbeitet?
  • Wie stelle ich mir vor, Eltern zu werden?

Paare sollten sich auch anschauen, wie sie in der Beziehung mit Konflikten umgehen und welche Themen jede Person vielleicht noch bearbeiten möchte, bevor sie Eltern werden. Solche Dinge können nämlich auch Einfluss darauf haben, wie sie später mit ihren eigenen Kindern umgehen.

"Alles, was man bei sich nicht verarbeitet hat, gibt man auch ein Stück weit ans Kind weiter."
Anna Schmutte, systemische Therapeutin und Kinderfrage-Coach

"Je besser man mit sich selbst im Reinen ist, desto leichter fällt es einem auch, sich auf die Elternschaft einzustellen und mit einem Kind umzugehen", so Anna Schmutte. Ein weiterer Tipp der Therapeutin: Sich bewusst machen, dass vieles anders kommen kann, als man es im Vorfeld geplant hat. Sie plädiert bei Eltern deshalb für das Motto: "Wir kriegen das schon hin!"

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Shownotes
Eltern werden
Was bringt uns krasse Vorbereitung?
vom 01. Juni 2026
Gesprächspartnerin: 
Destiny, möchte in etwa drei Jahren ein Kind, bereitet schon jetzt die Lebens- und Kinderplanung vor
Gesprächspartner: 
Peter Hofmann, Soziologe an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, forscht zur Soziologie des Kinderkriegens
Gesprächspartnerin: 
Anna Schmutte, systemische Therapeutin und Kinderfrage-Coach
Autor und Host: 
Przemek Żuk
Redaktion: 
Ivy Nortey, Anna Maibaum, Friederike Seeger
Produktion: 
Jan Morgenstern
Quellen: