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Die USA sind ein Einwanderungsland, von Gründungszeiten an. Doch es sind nicht alle willkommen. Erst dürfen Menschen aus China nicht einreisen, dann aus Japan, bis der Emergency Quota Act von 1921 schließlich alle Menschen aus asiatischen Ländern und Osteuropa ausschließt.

Ohne Einwanderung wären die USA nicht vorstellbar. Etwa 50 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner haben beispielsweise deutsche Wurzeln, weil ihre Vorfahren im 19. Jahrhundert den alten Kontinent verlassen und ihr Glück in den USA gesucht haben. Die Kolonistinnen und Kolonisten, die 1775 den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg entfacht haben, stammten aus Großbritannien und gaben den "New England"-Staaten im Norden ihren bis heute verwendeten Namen.

Während sich die USA im 18. und 19. Jahrhundert mit christlich-protestantischen Einwanderinnen und Einwanderern aus Westeuropa leichttun, werden Menschen aus Asien allerdings mit Skepsis und Ablehnung bedacht.

Rassismus gegen Menschen asiatischer Herkunft

1892 wird der "Chinese Exclusion Act" verabschiedet, der für zehn Jahre die Einreise von chinesischen Menschen verbietet. Dieses Gesetz wird immer wieder um zehn Jahre verlängert, bis es 1902 für unbestimmte Zeit Gültigkeit erlangt. Vordergründig wird das Gesetz damit begründet, dass die Arbeitswilligen aus China den Einheimischen die Arbeitsplätze wegnehmen würden. Tatsächlich aber stehen rassistische und ausländerfeindliche Überzeugungen hinter dem Einreiseverbot für Chinesinnen und Chinesen.

Kleines von einem Chinesen betriebenes Geschäft in San Francisco um 1880.
© IMAGO | KHARBINE-TAPABOR
Kleines, von einem Chinesen betriebenes Geschäft in San Francisco um 1880.

1907 wird auch der Zuzug von Japanerinnen und Japanern gestoppt. Die Angst vor der "gelben Gefahr" ist in den USA zur Hysterie geworden, die sich nach dem Ersten Weltkrieg auch auf Einwandernde aus Osteuropa ausdehnt.

Emergency Quota Act weitet Einwanderungsverbot aus

Der Emergency Quota Act von 1921 stoppt die osteuropäische Einwanderung, weil die meisten Menschen nach den Kriegswirren aus materiellen Gründen eine neue Heimat suchen und weil sie in das protestantisch, mitteleuropäische Immigrationskonzept der USA nicht passen würden.

Mit dem Gesetz von 1921 fällt auch der Startschuss für ein allgemeines Einreiseverbot für asiatische Menschen, das mit den Vorstellungen sogenannter Rassentheoretiker begründet wird. Angeblich hätten "mindere Rassen" keinen Wert für die Gesellschaft und sollten deshalb entweder eliminiert werden oder gar nicht erst einreisen dürfen.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Heidelberger Historiker und Amerikaexperte Manfred Berg erläutert die Ursachen für den Emergency Quota Act von 1921.
  • Der Soziologe Gunnar Heinsohn hat sich mit der weltweiten Migration beschäftigt und erklärt den "Kampf um die klugen Köpfe".
  • Steffen Angenendt von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik beschäftigt sich mit der Einwanderungspolitik Deutschlands und der EU.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld schildert den Umgang mit Einwanderern in den USA seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Esther Körfgen schildert Ängste und Hoffnungen der Migranten, die am Beginn des 20. Jahrhunderts Osteuropa verlassen.