Zeit hat es gebraucht und Druck wohl auch: Manche Nato-Staaten werden moderne Kampfpanzer in die Ukraine liefern. Die USA und Deutschland gehören dazu.

Mindestens eine Kompanie von Leopard-2-Kampfpanzern soll in die Ukraine geliefert werden. Die Panzer sollen aus Bundeswehrbeständen kommen.

"Wir wissen nicht aus welchen Beständen geliefert wird", sagt Johannes Kuhn, unser Korrespondent in Berlin. Die Sache wird sich wohl im Lauf des Tages klären (25.01.2023). Die USA werden den Berichten zufolge der ukrainischen Armee ebenfalls moderne Kampfpanzer zur Verfügung stellen – solche des Typs M1 Abrams.

Unklare Entscheidungsabfolge

Dieser Zustimmung von US-amerikanischer Seite, moderne Kampfpanzer zu senden, komme bei der Entscheidung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine besondere Bedeutung zu. In welcher Abfolge das nun geschehen sei, bleibe unklar, sagt Johannes Kuhn.

Voraussichtlich werden sich eine Reihe weiterer Nato-Länder anschließen. Entsprechende Signale gibt es beispielsweise aus Polen, Norwegen und den Niederlanden.

"Es ist vielleicht Teil des Plans. Olaf Scholz wirkt etwas getrieben. Wenn die Amerikaner mitliefern, dann hat er sein Ziel erreicht."
Johannes Kuhn, unser Korrespondent in Berlin

Die Bundesregierung hatte eigentlich bereits im Juni 2022 entschieden, der Ukraine schwere Waffen zur Verfügung zu stellen. Die Leopard-Entscheidung sei wohl auch auf internationalen, medialen und innerkoalitionären Druck zurückzuführen, sagt Johannes Kuhn.

"Die amerikanischen Signale, die zur Lieferbereitschaft kommen, waren entscheidend."
Johannes Kuhn, Dlf-Korrespondent in Berlin

Der sich nun abzeichnenden Entscheidung war eine monatelange Diskussion vorangegangen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte immer wieder um moderne Kampfpanzer gebeten. Wann die ukrainische Armee sie wird einsetzen können, ist noch unklar.

  • Moderation:  Till Haase
  • Gesprächspartner:  Johannes Kuhn, Dlf-Korrespondent in Berlin