23 Grand-Slam-Titel hat sie gewonnen, 319 Wochen stand die heute 40-Jährige auf Platz Eins der Weltrangliste. Jetzt ist Schluss für Serena Williams – neben ihrem druckvollen Spiel werden wir auch ihre modischen Statements vermissen.

Die Tennisspielerin Serena Williams beendet ihre Karriere. Was vor allem bleibt: Sie ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten.

"Nicht jedes einzelne Outfit war so krass durchdacht wie das aktuelle bei den US-Open. Aber bei Serena Williams waren schon ein paar modische Momente dabei, die in Erinnerung bleiben."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Aber nicht nur die sportliche, auch die modische Karriere von Serena Williams kann sich sehen lassen. Klar, dass das bei ihrem Abschiedsturnier nicht anders war: Sie trug ein dunkles glitzerndes Ensemble (im Bannerbild oben in der Mitte), in dem nach eigener Aussage gleich mehrere Botschaften versteckt waren.

  • Beim Spiel trug sie einen Rock mit sechs Lagen – eine für jeden US-Open-Titel, den sie bisher gewonnen hat.
  • Das Oberteil war mit Glitzersteinchen bestickt – das sollte den Himmel über dem Centre Court des Arthur Ashe Stadiums repräsentieren.
  • Auch die Schuhe waren mit glitzernden Steinen besetzt und mit ihren Initialen verziert – an den Schnürsenkeln vorne waren Anhänger mit den Worten "Queen" und "Mama" platziert.

Glitzerdress mit Botschaften

Offenbar hat sich Serena Williams viele Gedanken darüber gemacht, was sie bei ihrem Abschied trägt. Auf ihrem Instagram-Account, der über 15,4 Millionen Follower*innen hat, ließ sie alle daran teilhaben.

Eigentlich war der Glitzerdress als Abschieds-Outfit geplant. Doch aus der eingeplanten Niederlage am Montag gegen Danka Kovinic aus Montenegro wurde ein Sieg. Am Samstag gegen die Australierin Ajla Tomljanović wurde das Outfit dann einfach noch mal aufgetragen.

Für große Aufmerksamkeit sorgte Serena Williams' Outfit 2018 bei den French Open, ihrem ersten Grand-Slam-Turnier seit der Geburt ihrer Tochter. Sie trug einen schwarzen Catsuit, also einen Ganzkörper-Anzug (im Bannerbild oben ganz rechts).

"Serena Williams‘ Catsuit bei den French Open 2018 erinnerte an einen Superheldinnen-Anzug."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Williams selbst sagte damals, der Catsuit habe vor allem medizinische Gründe und solle die Durchblutung unterstützen. Er erinnerte aber auch an einen Superheldinnen-Anzug. Der Look war bei den French Open allerdings nicht gewollt – anschließend wurden dort solche Anzüge verboten.

2019 trug Serena Williams bei dem Turnier in Paris dann ein Kleid, auf dem unter anderem die Worte "Mother", "Champion", "Queen" und "Goddess" standen. Auch ein Jeansrock und ein einärmeliges Kleid mit Tüllrock waren unter anderem in ihrem Repertoire.

Tennis und Streetwear

Serena Williams hat dafür gesorgt, dass Streetwear einen Platz im Profi-Frauentennis bekommen hat, sagt Anke van de Weyer. Andre Agassi hat Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre etwas ähnliches für die Männerwelt losgetreten: er war mit Vokuhila und bunten Shirts ziemlich wild unterwegs.

"Serena Williams hat dafür gesorgt, dass Streetwear einen Platz im Profi-Tennis bekommen hat."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Serena Williams hat dann die Tennis-Mode auch für die Frauen nachhaltig verändert, seitdem sie 1995 professionell gespielt hat: Tüllröcke, ungewohnte Schnitte oder auch Jeansröcke waren vorher auf dem Tennisplatz nicht zu sehen.

Mit ihrem Style wollte die Tennisspielerin auch ihre Identität ausdrücken, sagt Anke van de Weyer. Serena Williams habe sich ganz bewusst nicht angepasst, sondern auf dem Platz ihre Persönlichkeit ausgelebt.

"Serena Williams wollte durch ihre Styles auch zeigen, dass sie sich als schwarze Frau einen Raum erobert hat, der sehr von der weißen Gesellschaft geprägt ist."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Sie und auch ihre Schwester Venus Williams haben zum Beispiel Braids, das sind Flecht-Frisuren, getragen - außerdem Perlen in den Haaren, also Haarstyles aus der schwarzen Community.

Serenas ausgeprägte Muskeln wurden immer wieder auch als "zu männlich" kommentiert. Am Ende war sie 2012 die erste schwarze Sportlerin auf dem Cover der US-Vogue – auch damit hat sie sich einen Raum erobert, der lange weißen Menschen vorbehalten war.

Dass sie auch beruflich nach dem Tennis in Richtung Mode unterwegs ist, steht übrigens schon fest: Serena Williams hat eine Mode-Marke und eine Schmuck-Marke am Start.