Im November 2018 wird landauf landab dem Ende des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren gedacht. Allerdings: Der Krieg war überhaupt nicht zu Ende. Das jedenfalls argumentiert der Journalist und Autor Andreas Platthaus in seinem Vortrag.

Mehr als vier Jahre tobte Anfang des 20. Jahrhunderts der Erste Weltkrieg. Er endete am 11. November 1918, als das Deutsche Reich mit den Alliierten Frankreich und Großbritannien einen Waffenstillstand schloss, der noch am selben Tag in Kraft trat. So jedenfalls lernen wir es in der Schule. Der Journalist Andreas Platthaus bestreitet das allerdings.

"Was aufhört, sind die Kampfhandlungen - der Krieg mitnichten."
Andreas Platthaus, Journalist

Zwar wird Waffenstillstand geschlossen, erklärt er in seinem Vortrag, der Krieg habe aber erst viel später aufgehört, nämlich am 18. Juni 1919, als im Spiegelsaal von Versailles der Friedensvertrag unterzeichnet wird. Denn bis dahin, so beschreibt er anhand von Beispielen, droht der Welt noch ein neues Aufflammen der Kämpfe, die Alliierten streiten über die Neuordnung der Welt nach dem Krieg und führen gegen den Verlierer einen psychologischen Krieg. Und in Deutschland wird nach wie vor geschossen, mehrfach gerät das Land an den Rand eines Bürgerkriegs.

"In gewisser Weise, natürlich auf eine viel weniger blutige Art und Weise, herrschte mehr Krieg in den Monaten zwischen November 1918 und Juni 1919 als zuvor."
Andreas Platthaus, Journalist

"Der Krieg, den keiner so nennt - Deutschland zwischen Revolution und Versailles 1918/19" heißt der Vortrag von Andreas Platthaus zum Thema, der auf seinem gleichnamigen Buch basiert und den er am 9. April 2018 am Militärhistorischen Museum der Bundeswehr gehalten hat. 

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