Nicht jeder freut sich darüber, bald wieder mehr Leute treffen zu können. In dieser Ab 21 berichtet uns Marie, wieso sie den Lockdown eigentlich ganz gut fand.

Keine Pläne, keine Einladungen zu Veranstaltungen, keine richtigen Geburtstagsfeiern. In der Pandemie Realität - aber für gesellige Leute ein Albtraum. Deswegen freuen sich eben jene auch über die kommenden Lockerungen. Die Leute wollen wieder raus ins Leben. Aber eben nicht alle.

Eine Frau guckt in die Kamera
© privat / Marie
Marie ist lieber für sich

Marie reicht es, Zeit mit ihrem Freund zu verbringen und auf der Arbeit noch ein paar weitere Kontakte zu verpflegen - digital, aus dem Home Office versteht sich. Der Lockdown war sozial gesehen sehr schön, sagt sie. Die Angst, dass Verpflichtungen und Erwartungen jetzt wieder kommen könnten, der Druck begründen zu müssen, warum sie etwas nicht machen will: All das kommt mit den Lockerungen nun für sie immer näher.

"Wenn ich höre oder lese, dass es in ein bis zwei Wochen wieder los geht und der Lockdown vorbei ist, dann kommt ein ungutes Gefühl in mir auf, wie eine unterschwellige Bedrohung. Als würde mir etwas weggenommen werden."
Marie über die langsam wiederkehrende Normalität

Wie viele Leute sie in den letzten Monaten getroffen hat, kann sie an einer Hand abzählen. Ihre Freunde und Familie akzeptieren das, verstehen können sie es aber nicht wirklich. Wenn sie sich mal zu einem Treffen durchringt, ist das oft lange vorgeplant, damit sie sich darauf einstellen kann. Für spontane Treffen muss sich Marie dafür umso mehr überwinden.

"Wenn jemand spontan vorschlägt sich zu treffen, kommt erst mal eine Abwehrhaltung, und ich suche nach Ausreden, damit ich das nicht machen muss."
Marie über private Treffen

Manchmal lässt sich aber auch Marie vom Gegenteil überzeugen. Das gemeinsame Hobby von ihr und ihrem Freund ist das Tanzen. Vor einiger Zeit kam plötzlich die Ankündigung: Es geht wieder los in der Tanzschule. Ihr erster Gedanke: "Oh Gott, bitte nicht." Ihr Resümee, nachdem sie sich überwunden hatte hinzugehen: "War eigentlich ganz schön."