Wann sollte Schluss sein mit einer Serie? Es gibt ein paar Kriterien, mithilfe derer man ein natürliches Ende festlegen kann. Manchmal wird aus einem ganz banalen Grund immer weiter gemacht.

Am Donnerstag (16.05.) lief in den USA die letzte Folge einer der erfolgreichsten Sitcoms aller Zeiten: "The Big Bang Theory". Und an diesem Wochenende (18.05.) läuft die letzte Folge von "Game of Thrones", einer der erfolgreichsten Serien überhaupt.

Deutschlandfunk-Nova-Film- und Serien-Experten Tom Westerholt sagt: Es gibt Serien, die enden zum richtigen Zeitpunkt. Dann gibt es welche, die viel zu lange dauern. Und dann gibt es noch die, die tatsächlich niemals enden müssen.

1. Ein Ende zum richtigen Zeitpunkt

Tom findet: Es ist genau der richtige Zeitpunkt, "Game of Thrones" enden zu lassen. "Es ist richtig, es mit der Stammgeschichte gut sein zu lassen." Die Romanvorlage ergebe eine komplette, runde Story.

Tom sagt, es gibt eine Grundregel: Je enger das Story-Korsett, desto weniger Staffeln bitte. Auch bei der Serie "Breaking Bad" sei diese Regel eingehalten worden: Vier gute Staffeln - darin war alles erzählt. Tom: "Aus Erfolgsdruck wurde dann noch eine fünfte dran gehängt, die war schon nicht mehr der Kracher." Die Story "Chemielehrer und Ex-Schüler tun sich zusammen um Meth zu kochen" war auserzählt.

2. Ende verpasst

Schon vor Längerem auserzählt war nach Toms Meinung "The Big Bang Theory". Die Basis-Geschichte: Zwei Physik-Nerds wohnen als dysfunktionales Freundschafts-Konstrukt in einer WG. Dann zieht nebenan eine Frau ein, die einem der beiden Nerds den Kopf verdreht, während der andere nicht mehr ganz bei Sinnen ist. Tom sagt: Er hat die Serie gern geguckt - allerdings nur bis zur siebten Staffel. Produziert wurden zwölf.

Die Gründe, mit einer Serie weiterzumachen, sind manchmal banal: Es geht ums Geld. Die Produzenten haben "The Big Bang Theory" mittlerweile in 180 Länder verkauft.

Weitere Beispiele, bei denen die Macher das richtige Ende verpasst haben, sind aus Toms Sicht: "How I Met Your Mother", "Scrubs", "Dexter" und "Lost".

3. Die Geschichte kann immer weitergehen

Ganz anders verhält sich das mit den Simpsons. Die sind inzwischen bei Staffel 31 und 32 angekommen. Trotzdem findet Tom das OK. Der Grund:

Die Simpsons sind die Never Ending Story der fiktiven Stadt Springfield, in der jede Menge illustre Figuren leben - unter anderem auch die Simpsons. Der Unterschied zu "Breaking Bad" oder "The Big Bang Theory": Man kann jederzeit den Fokus verschieben, die Figuren anders vernetzen. Und es ergeben sich auf natürliche Weise Möglichkeiten, aktuelle politische und gesellschaftsrelevante Themen aufzugreifen.

Die Simpsons funktionieren nach dem Prinzip der Sesamstraße oder auch Lindenstraße und sind demnach eher eine Open-Source-Serie. Tom: "In ihr zeigt sich die Genialität und Weitsicht in der Planung und Entstehung."

Wie es sich anfühlt, eine geliebte Serie zu verlieren: hier entlang.