Wenn wir die Energie, die die Sonne erzeugt, auf der Erde produzieren könnten, wären wir viele Sorgen los. Wie das gelingen kann, wird jetzt in der Kernfusionsforschungsanlage Wendelstein 7-x in Greifswald erforscht. Dort soll es so heiß wie in der Sonne werden.

In einem Vorstufenexperiment haben die Forscher zunächst versucht, Helium mit Mikrowellen so zu erhitzen, dass es sich in ein Plasma umwandelt. Mit dem Experiment wollen die Forscher herausfinden, ob es ihnen gelingt, Helium in diesen ionisierten gasförmigen Zustand zu bringen, in dem Atomkerne fusionieren können. Die nächste Stufe des Experiments ist die Fusion von Wasserstoffkernen. Das Kernfusionsexperiment soll schließlich Grundlage für die Entwicklung eines Kraftwerks sein, das mit sehr wenig Brennstoff eine Unmenge Strom erzeugt.

Dieses Plasma, das in dem aktuellen Experiment erzeugt wurde, wird bis zu zehn Millionen Grad heiß. Kontrolliert wird das Plasma in einem Vakuum umgeben von extrem kalten Magnetspulen. Die Magnetspulen erzeugen ein Magnetfeld, das dafür sorgt, dass sich das Plasma nicht ausdehnt.

Kritiker befürchten Risiken

Weil diese Hitze oder Energie extrem gefährlich ist, unterliegt die Anlage hohen Sicherheitsmaßnahmen. Bei der geplanten Kernfusion von Wasserstoff wird auch Radioaktivität entstehen, nur nicht so viel wie bei herkömmlichen Atomkraftwerken, in denen die Kernspaltung stattfindet.

Dennoch haben Umweltschützer vom BUND Sorge, dass die Sicherheitsmaßnahmen nicht hoch genug sind. Außerdem sei diese Form der Energiegewinnung extrem teuer. Noch handelt sich es bei dem Experiment um Grundlagenforschung zur Entwicklung eines Kernfusionskraftwerk. Wenn das aber funktioniert, könnte aus einem Gramm Wasserstoff so viel Energie erzeugt werden wie aus elf Tonnen Kohle, sagen die Forscher.

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