Eine Pilotprojekt sammelt altes Bratfett aus Privathaushalten in Automaten – und will damit die Klimakrise bekämpfen. Wir klären, was dahinter steckt.

Pommes, Gebäck oder Gemüse: Es gibt einige Lebensmittel, die frittiert besonders lecker schmecken. Doch wenn wir Essen zu Hause frittieren, haben wir irgendwann auch das Problem mit der Entsorgung des alten Öls.

Genauso ist es mit Öl, das komisch riecht oder gar schmeckt oder beim Anbraten schäumt oder raucht. Das gehört alles in die Tonne. Für geringe Mengen empfiehlt das Umweltbundesamt, die Speiseöle in einer gut verschlossenen PET-Flasche im Restmüll zu entsorgen. Größere Mengen müssen beim Entsorgungshof abgegeben werden.

Altfett wird in Automaten gesammelt

"Man kann altes Fett aber noch upcycln und daraus Biodiesel machen", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt. Genau das will ein Pilotprojekt mit ihren Fettautomaten machen.

"Aus 1,2 Litern Altfett bekommt man genug Sprit, um damit ungefähr 20 Kilometer zu fahren – je nach Auto natürlich."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt

Privathaushalte sammeln ihre Spieseölreste in bestimmten Flaschen. Die bekommen sie entweder von ihrer Gemeinde oder Stadt oder können sie dort abholen – sofern die beschließen, bei der Initiattive mitzumachen.

Wenn die Flasche voll ist, bringt man die zum Automaten und bekommt dafür wieder eine frische, leere Flasche. "Für die Automaten ist nicht mal eine Stromleitung nötig", sagt Krissy Mockenhaupt. "Sie versorgen sich selbst über Solarpanels, die oben drauf sind."

Automaten bislang wenig verbreitet

Außerdem sind die Fettautomaten mit dem Internet verbunden und melden, wenn sie fast voll sind. Anschließend wird das Fett beim Mutterkonzern der Automaten-Firma aufbereitet. Die machen das schon seit 30 Jahren – hauptsächlich mit Altfett aus der Gastronomie und dem Großhandel.

Die Betreiberfirma sagt, dass die Automaten für die Privathaushalte gut angenommen würden. "Sie haben mir gesagt, dass sie im Schnitt pro Bürger*in 500 Gramm Altfett pro Jahr sammeln", sagt Krissy Mockenhaupt. "Das klingt erst mal wenig, sind aber aufs Jahr gerechnet mit allen Automaten ungefähr 250 Tonnen."

Damit kann man ungefähr fünf Millionen Kilometer mit dem Auto fahren. Das ist ungefähr so viel, wie etwas über 400 Deutsche im Jahr mit dem Auto zusammen zurücklegen.

"Wenn es die Automaten überall in Deutschland flächendeckend gäbe, dann könnte man eine Menge Sprit daraus machen."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt

"Klar, wenn man sich überlegt, dass wir über 40 Millionen Autofahrer*innen in Deutschland haben, dann erscheint das doch wieder wenig", sagt die Deutschlandfunk-Nova-Reporterin. "Aber das Unternehmen gibt es erst seit 2008 und es ist bislang nur in Bayern und in einer Gemeinde in Baden-Württemberg am Start."

Doch es gibt noch einen Haken. Damit aus dem Fett auch Treibstoff wird, muss er weiter verarbeitet werden. Die Kosten des Recyclingprozesses sollen wiederum durch den Verkauf des Rohstoffes gedeckt werden. Im Moment müssen die Kommunen, die bei sich solche Fettautomaten aufgestellt haben, noch etwa 85 Cent pro Bürger*in im Jahr für das System draufzahlen.