Die SPD-Mitglieder müssen derzeit die große Entscheidung treffen: 'Ja, wir wollen eine weitere Große Koalition' oder 'Nein, wir sind dagegen und riskieren eventuell sogar Neuwahlen'. Der Neurowissenschaftler Henning Beck weiß, was im Hirn abläuft, wenn wir Entscheidungen treffen. Er sagt, dass es Menschen einfacher haben, die nicht lange hin und her überlegen.

Im Gehirn gibt es zwei wichtige Achsen für Entscheidungen: Auf der einen Achse geht es um die Frage: Möchte ich eine Belohnung für die Entscheidung? Und auf der anderen Achse geht es darum, ob ich einer Strafe entgehen will. Diese Achsen bilden den Rahmen für die Entscheidungsfindung. Unser Gehirn bezieht dann auch noch Erfahrungen und unser Wissen mit ein. Und dann wird entschieden.

"Wir wollen alle gerne rational und sachlich entscheiden, aber eigentlich geht das gar nicht."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Im Stirnhirnbereich liegen Kontrollnetzwerke, die vergleichen Erfahrungen und Wissen mit emotionalen Regionen. In den emotionalen Regionen wird danach entschieden, ob uns eine aus der Entscheidung resultierende Handlung Spaß macht oder eben nicht. 

Henning Beck sagt, es gibt keine Entscheidung, bei der nicht irgendwo ein Gefühl dabei ist. Und das ist deswegen wichtig, weil wir mit jeder Entscheidung am Ende leben müssen. Eine wichtige Frage, die wir für uns bei Entscheidungen klären müssen ist: Kann ich damit leben? Kann ich dieses Ergebnis verantworten?

Gruppendruck ist meist der Grund, wenn wir uns umentscheiden

Wenn wir eine Entscheidung festgelegt haben, wird es sehr schwer, sie noch einmal zu hinterfragen. Henning Beck erklärt, dass unser Gehirn nach einer gefallenen Entscheidung hauptsächlich nach Bestätigung sucht: Wir wollen uns ja mit unserer Entscheidung anfreunden. Wenn wir unsere Meinung revidieren, hat es oft mit Gruppendruck zu tun, mit dem Abgleich unserer Umwelt. Wenn wir auf einmal merken, dass wir uns nicht mehr wohlfühlen, dann entscheiden wir vielleicht um.

"Die Leute, die schnell eine Entscheidung treffen, sind häufig die Glücklicheren "
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Menschen, die sich schnell entscheiden sind häufig zufriedener. Diejenigen, die lange hin und her überlegen, machen es sich meist schwer. Der Hirnforscher sagt, es ist besser, zu sagen: Ich treffe eine Entscheidung und freunde mich damit an.

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