Die Bekämpfung von Ebola beruht auf Erkenntnissen, die Mediziner schon vor mehr als hundert Jahren gemacht haben: Kranke isolieren und Gegengifte finden.

Am Anfang unseres modernen Gesundheitssystems stand eine Epidemie: die Pest. Als die in Europa grassierte, wurden die ersten Krankenhäuser gegründet. Im Grunde waren das erstmal nur Häuser, in denen die Kranken von den Gesunden isoliert wurden. Für deren Betreuung wurden dann Ärzte angestellt. So sei übrigens auch die Charité in Berlin entstanden, sagt Philipp Osten.

Von der Isolierung zu den Impfstoffen

Später dann kam es zu ersten Versuchen mit Impfstoffen. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Kindersterblichkeit sehr hoch. Ein Grund dafür waren die Pocken, eine hochansteckende Krankheit. Als man versuchte, Kinder mit weniger gefährlichen Pocken zu impfen, sank die Kindersterblichkeit. 1803 wurde dann in Bayern die Impfpflicht eingeführt.

"Ich glaube der Satz eines amerikanischen Wissenschaftlers ist wahr: Wir brauchen mehr als 50 weiße Tote, bis ein Impfstoff für Ebola vorhanden ist. Denn dieser Impfstoff ist greifbar nah."
Philipp Osten, Medizinhistoriker

In den 1890er Jahren entwickelte sich die Medizin dann rasant: In kurzer Zeit entdeckten Wissenschaftler fast alle Bakterien, die für den Menschen gefährlich sein können. Forscher wie Louis Pasteur begannen, Gegengifte zu züchten. Er entdeckte zum Beispiel den Tollwuterreger und entwickelte gleich noch einen Impfstoff. Dafür trocknete er das Rückenmark eines Kaninchens. Getrocknet sind die Erreger abgetötet, eignen sich aber zur Impfung.

Mit Philipp Osten haben wir schon einmal in der Redaktionskonferenz gesprochen - Ebola: Mediziner gegen die Seuche