Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) hat zu einer "Demonstration für Demokratie und gegen den Staatsstreich" in Köln aufgerufen. 30.000 Teilnehmer wurden erwartet.

Die UETD steht der türkischen Regierungspartei AKP nahe. Geplant war eine Live-Schalte mit dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan zur Kundgebung in Köln. Diese wurde von der Polizei verboten. Das Verbot wurde per Eilverfahren vom Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Mitten unter den Pro-Erdogan-Demonstranten steht unser Korrespondent Moritz Küpper. Die Teilnehmer, sagt er, spiegeln ein breites Spektrum der Türken in Deutschland: Junge, Alte, Türken aus dem Ruhrgebiet, aus Köln, London, der Schweiz und Österreich hat er getroffen - auch Mitglieder der rechtsextremen türkischen Partei "Graue Wölfe".

Prominenter Teilnehmer ist der türkische Sportminister und Regierungsmitglied Suat Kiliç. Der in Siegen geborene Türke spricht zum Abschluss der Kundgebung. Unserem Korrespondenten hat er bereits ein kurzes Interview gegeben:

"Wir sind heute hier, weil unsere Landsleute, die in Deutschland leben, unter denen auch deutsche Staatsbürger sind, aber auch Menschen aus anderen Ländern hier für die Demokratie in der Welt und gegen den versuchten Militärputsch in der Türkei demonstrieren."
Suat Kiliç, türkischer Sportminister

Die Teilnehmer der Kundgebung ebenso wie der Sportminister sagten Moritz, dass es sich nicht um eine Pro-Erdogan-Kundgebung handele, sondern eine Pro-Demokratie-Demo. So laute auch das Motto: "Demonstration für Demokratie und gegen den Staatsstreich".

Türkische und deutsche Nationalhymne

Zum Auftakt der Kundgebung haben die Teilnehmer die türkische und die deutsche Nationalhymne gesungen, berichtet Moritz. Im Anschluss gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Putsches und der Anschläge in den vergangenen Tagen. Neben der türkischen Flagge werde auch die deutsche geschwungen. Obwohl die Teilnehmer sich nicht als Pro-Erdogan-Demonstranten verstehen, würde dennoch immer wieder eine große Begeisterung für den türkischen Präsidenten durchschlagen.

Rund 2700 Polizisten sind in Köln im Einsatz. Neben der Pro-Erdogan-Kundgebung ziehen die "Köln gegen Rechts"-Demo und die "Erdowahn stoppen"-Demo durch die Kölner Innenstadt mit rund 600 Teilnehmern, während am Hauptbahnhofsvorplatz sich circa 100 Pro-NRW-Teilnehmer sammeln. Den Zug über die Rheinbrücke haben die Pro-NRW-Organisatoren in Absprache mit der Polizei abgesagt. Linke wie Rechte demonstrieren gegen die Erdogan-Kundgebung.