Von der Strumpfhose mit Ersatzbein bis zum Kurvenlicht: Die Deutschen erfinden, was das Zeug hält. Und sie lassen sich ihre Erfindungen gerne schützen. Rund 67.000 Patente haben Tüftler 2015 in Deutschland angemeldet.

Die Weißwurst mit integriertem süßen Senf, die Strumpfhose mit Ersatzbein - zur schnellen Abhilfe bei Laufmaschen - oder das Bett, das zum Wecken das Kopfteil hochkatapultiert: All das sind Erfindungen aus Deutschland. Um sie schützen zu lassen, haben die Erfinder sie beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Teilweise lägen diese Erfindungen schon länger zurück, erzählt Petra Knüfermann vom Patentamt, vor allem aber sind sie nicht in die Serienproduktion gegangen.

Meisterliche Erfinder

"Meist sind es schon Erfindungen, die den Alltag erleichtern", sagt Petra Knüfermann, die früher auch selbst Patentanmeldungen geprüft hat. Sie und ihre Kollegen hatten und haben nach wie vor gut zu tun, denn: Deutschland ist Erfinderland. 2014 waren wir sogar Europameister im Erfinden. Jedenfalls wenn man danach geht, wie viele Patente für Erfindungen angemeldet wurden.

Auch 2015 waren die deutschen Erfinder wieder fleißig und haben rund 67.000 Patente angemeldet. So steht es im neuen Jahresbericht vom Europäischen Patentamt. Die meisten werden in Bayern, Baden-Württemberg und NRW angemeldet.

"Wir sind schon ein bisschen stolz, dass Innovationen und Weiterentwicklungen in Deutschland groß geschrieben werden."
Petra Knüfermann über ihre Arbeit im Deutschen Patent- und Markenamt

Die meisten Anmeldungen kommen von großen Unternehmen und Hochschulen, sagt Petra Knüfermann. Nur etwa 1,6 Prozent der Anmeldungen kommen von privaten Tüftlern. "Die Automobilbranche ist schon seit Jahren führend bei Patentanmeldungen", sagt sie.

Unter anderem kommt das Kurvenlicht aus Deutschland, das sich automatisch der Fahrtrichtung des Autos anpasst. Die Mitarbeiter beim Patent- und Markenamt bekommen allerdings weder die Erfinder noch die Anwendungen zu sehen: Patente können online angemeldet werden.