Diejenigen, deren Berufe als systemrelevant gelten, müssen gerade besonders hart arbeiten. In der Ab 21 sprechen wir darüber mit einem Altenpfleger und lassen uns erklären, wie Care-Arbeit, Geschlecht und Corona-Krise miteinander zusammenhängen.

Die Heldinnen und Helden von jetzt sind Menschen, die an der Supermarktkasse sitzen, die LKW fahren, um Klopapier zu transportieren, oder sich um die Menschen im Krankenhaus kümmern, weil sie etwa an Covid-19 erkrankt sind.

PflegerInnen, LKW-FahrerInnen, Supermarkt-Angestellte

Thomas Zemanek ist Altenpfleger und ist definitiv einer dieser Helden. Er kümmert sich um die Menschen, die gerade am meisten davon bedroht sind, vom Coronavirus ernsthaft krank zu werden. Thomas selbst sieht sich nicht als Held – auch wenn sein Berufsalltag gerade alles andere als einfach ist.

"Man geht jeden Tag mit einem unguten Gefühl auf Arbeit und hofft, dass in der Zwischenzeit nichts passiert ist."
Thomas über seine Arbeit als Altenpfleger während der Corona-Krise

Besonders jetzt, aber auch sonst können wir auf die Menschen, die diese sogenannten systemrelevanten Berufe ausüben, nicht verzichten. Tatsächlich ist Thomas aber eine Ausnahme: Die sogenannte Care-Arbeit, also Berufe in der Pflege, wird größtenteils von Frauen ausgeübt (bei Pflege sind es 76 Prozent) und vergleichsweise ziemlich schlecht bezahlt.

Care-Arbeit ist systemrelevant – aber schlecht bezahlt

Auch die Fürsorge-Arbeit, die zu Hause anfällt und natürlich unbezahlt ist – wie putzen, Kinder erziehen, oder kochen –, wird überwiegend von Frauen erledigt. Deshalb ist Kulturwissenschaftlerin Beatrice Frasl überzeugt: Die Corona-Krise hat auch feministische Aspekte.

Fakten zu systemrelevanter Arbeit