Jens Kirstein, Geologe und Paläontologe an der Freien Universität Berlin fordert uns zum Essen von Insekten auf. Er befasst sich mit dem hochmodernen zivilisierten Zeitalter, in dem wir neuerdings leben oder bald leben werden, dem "Anthropozän". Darin ist der Mensch nicht mehr von der Natur abhängig wie bei all den vorangegangenen Erdzeitaltern, sondern er gestaltet sie selbst.

Mehlwürmer, Heuschrecken, Grillen oder vielleicht Maikäfer in der Suppe: Laut Kirstein würden sie uns richtig gut tun. Anstelle von Schwein, Huhn oder Rind sollen künftig Insekten auf den Mittagstisch. Zwei Milliarden Menschen essen sie bereits täglich, während wir Europäer meistens noch die Nase rümpfen.

Insekten sind vollgepackt mit wichtigen Nährstoffen

Und das, obwohl Insekten über deutlich mehr Proteine, hochwertige ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente verfügen. Die Umwelt würde dabei viel stärker geschont als es heute bei der Zucht anderer Tierarten der Fall ist. Im Hörsaal bekommt Ihr diesmal auch Antworten auf viele andere Fragen zum Thema Ernährung:

Wieviel Euro schmeißt jeder von Euch an Lebensmitteln pro Jahr weg (im Durchschnitt)?

a) 30 Euro
b) 235 Euro
c) 1.000 Euro

oder

Welches Land kann man mit all dem Aluminium bedecken, das wir bis heute für Folien und Grillschalen produziert haben?

a) Liechtenstein
b) die Schweiz
c) die Vereinigten Staaten von Amerika

Jens Kirstein spricht über das Thema "Die Anthropozän-Küche. Labor der Verknüpfung von Haus und Welt". Den Vortrag hat er an der "Berliner Akademie für weiterbildende Studien" am 26.8.2014 gehalten.