So nennen Forscher am Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin ein Projekt, in dem sie Fische und Tomaten unter einem Dach züchten. "Unter einem Dach" bedeutet in einem geschlossenen Kreislauf-System, das der Umwelt wenig Platz wegnimmt und sich zum allergrößten Teil selbst versorgt. Der Fachmann bezeichnet das mit dem Begriff Aquaponik.

Prof. Werner Kloas vom IGB erläutert speziell die Vorteile der Zucht bestimmter Fisch- und Gemüsesorten, die sich die notwendigen Nährstoffe selbst zuführen. Dennoch ist die Technik sehr aufwändig und der Mensch muss ständig kontrollieren und eingreifen. Das System ist noch keineswegs ausgereift, könnte bei der Nahrungsmittelproduktion der Zukunft aber eine bedeutende Rolle spielen. Wenn für den Betrieb der Anlage auch noch erneuerbare Energien zum Einsatz kommen, sind die Folgen für die Landschaft um ein Vielfaches geringer als bei der Massentierhaltung auf Bauernhöfen und in Agrarfabriken.

"Aquakultur ist der am schnellsten wachsende Sektor, den es überhaupt gibt in der Landwirtschaft. Man hat Zuwachsraten zwischen sechs und zehn Prozent pro Jahr."
Prof. Werner Kloas, Leibniz-Institut Berlin

Werner Kloas sprach über das Thema "Fische und Tomaten unter einem Dach“ am 27.8.2014 an der "Berliner Akademie für weiterbildende Studien".

Mehr zum Thema im Netz:

  • Der Tomatenfisch | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei