Die Weltbevölkerung wächst: Mehr Menschen, die aber auch noch größer und dicker - und mehr essen werden.

So groß wie die Niederländer, so viel Körperfülle wie die Mexikanerinnen: 2100 könnte der Mensch im Durchschnitt genauso aussehen, schätzen Forscher der Universität Göttingen. Sie haben diese Entwicklung in den Niederlanden für die Körpergröße und in Mexiko für den Body-Mass-Index (BMI) beobachtet. Und sie gehen davon aus, dass diese Tendenz weltweit realistisch ist.

Das bedeutet: In knapp achtzig Jahren liege unser Energiebedarf bei 2500 Kalorien am Tag, so die Forscher. Aktuell sind es im Schnitt 2300 Kalorien pro Person. Weltweit bräuchten wir also 80 Prozent mehr Essen, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anne Tepper.

"2500 Kalorien am Tag wäre 2100 der Energiebedarf, damit man nicht ungewollt abnimmt, sondern gesund bleibt und im Körper alles rund läuft."
Anne Tepper, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Immer mehr Gewicht: In Mexiko passiert das heute schon. Deshalb haben sich die Forscher am mittelamerikanischen Land für ihre Ernährungsprognose orientiert. Seit 1975 steigt der BMI dort stark an. Aktuell liegt er für Frauen bei etwa 28 und für Männer bei 27. Damit gelten die Menschen in Mexiko als ziemlich übergewichtig.

Für den Faktor "Größe" haben die Forscher die Niederländerinnen und Niederländer in ihre Prognose miteinbezogen, weil sie weltweit am größten sind: Der durchschnittliche Niederländer kommt mit 18 Jahren über 1,85 Meter.

Mehr Nahrung für immer mehr größere und dickere Menschen

Anhand der Beispielländer kamen die Forscher zu dem Ergebnis: Bis 2100 brauchen wir mehr Nahrung. Einerseits aufgrund der steigenden Weltbevölkerung, anderseits ist das wegen unserer Zunahme an Größe und Gewicht ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erforderlich.

"Die Forscher schätzen, dass die Menschen 2100 durchschnittlich so groß wie Niederländer und so dick wie Mexikaner oder Mexikanerinnen sein werden."
Anne Tepper, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Folge: Lebensmittelknappheit. Bei einem gestiegenem Bedarf und gleichbleibendem Nahrungsangebot, würden wohlhabenden Menschen weiterhin fit und schlank bleiben, weil sie sich teurer werdendes und gesundes Essen leisten könnten, so die Prognose.

Nachteile für ärmere Bevölkerung

Sozialschwache Menschen hingegen wären stark von Mangel- und Fehlernährung betroffen, sofern sie nur einen Zugang zu billigen und möglicherweise ungesunden Lebensmittel wie Fast Food haben. Das ist oft günstiger, hat viele Kalorien aber dafür wenige Nährstoffe.

Die Forderung der Forscher: Es brauche mehr umweltfreundliche Lebensmittelproduktion und mehr gesunde Ernährung. Nahrhafte Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkorn sollten im Vergleich zu Fast Food und überzuckerten Getränken günstiger sein.