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Vor der Küste Schottlands ist ein mobiles Gezeitenkraftwerk in Betrieb genommen worden als Ergänzung zu Sonnen- und Windenergie. Zukünftig könnten solche Kraftwerke massenhaft gebaut werden.

Das mobile Gezeitenkraftwerk mit dem Namen Orbital O2, das vor der Küste Schottlands schwimmt, erinnert mit seinem länglichen Rumpf und den zwei Tragflächen ein wenig an ein Flugzeug. An den Tragflächen sind Rotoren angebracht, die ins Wasser reichen.

Die Rotoren werden durch die Ebbe-Flut-Bewegung des Wassers angetrieben - die Gezeiten oder auch Tiden. Die wiederum werden von der Massenanziehung des Mondes und ein bisschen auch von der Sonne verursacht.

"Im Wasser steckt eine Mordsenergie drin in dieser Bewegung. Die greift das Wasserrad ab."
Werner Eckert, ARD-Umweltredakteur

Kraftwerke, die sich Gezeiten zu Nutze machen, gibt es schon länger. Das älteste steht seit 50 Jahren in Reims in der Bretagne. Hier wurde im Grunde eine Meeresbucht komplett mit einem Staudamm umgeben und eine Turbine eingebaut.

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Wirtschaftlich hat die störungsanfällige und wartungsintensive Technik jedoch nie richtig funktioniert. Außerdem ist ein solcher Bau mit Eingriffen in die Natur verbunden. Der Orbital O2 hingegen soll die nächste Generation Kraftwerken nach den Windrädern sein.

Massenweise Produktion möglich

Leistungsmäßig können die mobilen Gezeitenkraftwerke mit großen Staudamm-Kraftwerken nicht mithalten.

Dafür sind sie kleiner, flexibler und können an vielen Orten auf der Welt zum Einsatz kommen.

Ob sie am Ende massenhaft produziert werden und wirtschaftlich sein können, ist noch unsicher. Die Erfahrungen aus der Windkraft und Solarenergie zeigen, dass sich erneuerbare Energien generell wirtschaftlich auch ohne Subventionen erzeugen lässt.

Gezeitenkraftwerke können prinzipiell nicht nur im Meer mit Ebbe und Flut, sondern auch in Flüssen zum Einsatz kommen.

"Jetzt überträgt man die Erfahrungen von Wind und Sonne auf die Gezeitenkraftwerke. Einheitliche Dinger, die man zu Tausenden bauen und in jede Strömung hängen kann, nicht nur in Gezeiten."
Werner Eckert, ARD-Umweltredakteur

Die große Energiewende wird es mit modernen Gezeitenkraftwerken wohl nicht geben, aber sie können einen Beitrag leisten.

Für Deutschland wird die Technik noch weniger eine Rolle spielen als für anderen Länder, weil es nicht viele überhaupt geeignete Stellen gibt, wo sie errichtet werden könnten.