Zur Integration von Flüchtlingen gehört auch das gemeinsame Feiern. Der Leipziger Club Conne Island lud Flüchtlinge dazu ein. Aber dann gab‘s Stress: Diebstähle und sexuelle Übergriffe. Damit gehen die Betreiber jetzt offen um und sagen, dass es nicht gereicht hat, mehrsprachige Poster aufzuhängen.

Das Conne Island ist ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum im linksalternativen Leipziger Stadtteil in Connewitz. Im Zentrum, das auch zum linken Spektrum gehört, fallen Entscheidungen in einem wöchentlichen Plenum. Dort haben die Leute vom Conne Island entschieden, dass sie sich für Flüchtlinge einsetzen wollen.

Sie haben Sprachkurse angeboten, Spendensammlungen gemacht und Flüchtlingen verbilligten Eintritt in die Disco gewährt. Genau da gab es die Probleme, wegen denen der Club in die Schlagzeilen geraten ist. Es gab Diebstähle und auch Übergriffe auf Frauen. Die Security vor Ort war damit teilweise überfordert und es musste einige Male die Polizei anrücken.

"Bei unserem Publikum gab es schon immer auch Arschlöcher, Sexisten, Übergriffe auf Frauen, Diebstähle und Schlägereien. Wir mussten leider die Erfahrung machen, dass es mit dem Öffnen gegenüber Geflüchteten wieder vermehrt aufgekommen ist."
Tanja Rußack, Geschäftsführerin vom Conne Island

Als die Probleme mit den Flüchtlingen kamen, die sich kriminell verhalten haben, hat das Conne Island mit einem offenen Brief reagiert. Dort haben Leute vom Projektverein des Zentrums zugegeben, dass sie teilweise mit den Problemen überfordert und etwas naiv an die Sache rangegangen sind.

Conne Island will weiter für Refugees Welcome stehen

Gleichzeitig machen die Macher des Conne Island deutlich, dass bestimmte Standards nicht verletzt werden dürfen: kein Sexismus, keine Homophobie, keinen Antisemitismus und keine Diebstähle. Die Security sei noch mal speziell auf die Problematik sensibilisiert worden und es gebe jetzt spezielle Ansprechpartner für Frauen bei den Veranstaltungen. An der Willkommenskultur will der Club insgesamt nichts ändern, nur weil sich ein paar daneben benommen haben.

Aus dem rechten Lager gab es vorhersehbare schadenfreudige Reaktionen. Die Zeitung "Junge Freiheit" titelte etwa süffisant "Linke im Realitätsstress". Auch aus dem linken Lager gab es Mäkeleien, weil in dem offenen Brief auch Flüchtlinge kritisiert wurden. Das Conne Island will das Thema aber weiter offensiv angehen.

"Wir glauben nicht, dass unser Konzept fehlgeschlagen ist. Sondern wir sagen, es ist halt ein langer Prozess. Aber wir wollen das Problem nicht totschweigen und so tun, als wenn alles super wäre."
Tanja Rußack, Geschäftsführerin vom Conne Island

Inzwischen gibt es Reaktionen von anderen Clubs unter anderem aus Potsdam und Berlin, die gesagt haben: "Cooles Statement! Wir haben ähnliche Probleme. Lasst uns zusammen nach Strategien zu suchen."