Der Weltraum. Unendliche Weiten. Ein europäischer Satellit ist auf dem Weg dort hin. Seine Mission: Den Weg ebnen für spätere Forschung, die Einsteins Gravitationswellen beweisen soll.

Startplatz Kourou, Französisch Guayana: Um 05:04 Uhr heute morgen hebt der Esa-Satellit Lisa Pathfinder vom Weltraumbahnhof ab. Er ist bestückt mit zwei identischen Würfeln aus Gold und Platin, die in einem exakt vermessenen Abstand zueinander im Inneren des Satelliten schweben. Jede Veränderung der Anordnung wird registriert - und wäre ein Hinweis auf die bisher nicht nachgewiesenen Gravitationswellen, die laut Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie existieren müssen - und nach denen mehrere Forscherteams weltweit fahnden.

Gravitationswellen sind Wellen in der Raumzeit. Sie entstehen beispielsweise, wenn Sterne in einer Supernova explodieren oder wenn Schwarze Löcher miteinander kollidieren. Mit Lichtgeschwindigkeit breiten sich die Gravitationswellen dann im Raumzeit-Kontinuum aus - sie stauchen und dehnen dieses Gefüge.

"Man kann Gravitationswellen nicht sehen und nicht hören, aber sie stauchen und dehnen den Raum ein bisschen."
Dirk Lorenzen, Wissenschaftsjournalist

Technik-Testlauf im All

Lisa Pathfinder wurde nun ins All geschickt, um die technischen Voraussetzungen für weitere Forschungsprojekte zu testen. An einem Platz zwischen Erde und Sonne, wo die Anziehungskräfte wenig stören, vermisst die Sonde auf einen milliardstel Millimeter genau die Position ihrer beiden wertvollen Würfel. Klappt das und funktionieren auch weitere Dinge, wäre der Weg frei für eine Folgemission: eLisa. Sie soll voraussichtlich 2034 starten. Drei Satelliten in Dreiecksformation im Abstand von etwa zwei Millionen Kilometern spannen dann das Netz, das Einsteins Gravitationswellen einfangen soll.

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