Rätseln im Team, am Computer und live: Auch in der Wohnung kann man jetzt den Ausgang suchen. Unser Experte hat drei Escape-Spiele ausprobiert.

Escape Games gibt es für den Computer, als Brett- und Kartenspiel und live. Bei der Live-Variante lässt man sich als Gruppe einsperren und hat dann in der Regel eine Stunde Zeit, den Ausgang zu öffnen. Dafür müssen die Spieler einen Code oder einen versteckten Schlüssel finden. Jede Ecke des Raums müssen sie durchsuchen, Rätsel lösen, gemeinsam nachdenken und kombinieren.

Der Haken an Live Escape Games: Die sind ziemlich teuer. Das fängt bei rund 20 bis 25 Euro pro Spieler an. Trotzdem sind viele Escape Rooms dauernd ausgebucht. Unser Spieleexperte Frank Zirpins hat deswegen als Alternative ein paar Escape-Room-Spiele für Zuhause mitgebracht.

Escape-Spiele für daheim: Escape Room, der Chrono Decoder, Unlock und Exit, Das Spiel
© Hersteller / Screenshot
Von links: Escape Room, dazu gehört der Chrono Decoder, Unlock und Exit

Solche Spiele gibt es seit rund eineinhalb Jahren, meistens ohne Brett. Gespielt wird oft mit Spielkarten und ein bisschen anderem Material. Es geht gegen die Uhr, gegen das Spiel - aber als Gruppe gemeinsam mit maximal fünf bis sechs Spielern.

Das bekannteste Spiel der Szene ist die Exit-Reihe des Kosmos-Verlags. In je einer handlichen Schachtel ist ein Abenteuer drin. Die Themen sind beispielsweise: das geheime Labor, die vergessene Insel, die Station im ewigen Eis oder die Grabkammer des Pharao.

"Es gibt nichts, wo man nicht eingesperrt sein kann."
Frank Zirpins, Deutschlandfunk-Nova-Spieleexeperte

Alle diese Spiele sind auf ungefähr eine Stunde Spieldauer angelegt, wie bei Live Escape Games auch. Bei der "Grabkammer des Pharao" seid ihr beispielsweise plötzlich im Grab des Tutenchamun gefangen und müsst den Ausweg finden. Dazu müsst ihr Rätsel lösen - mithilfe eines kleinen Beihefts, Hilfe- und Lösungskarten.

Für Frank ist das Spiel ein Einsteigermodell, auch wenn es verschiedene Schwierigkeitsstufen gibt. Bei manchen Knobeleien müsse man sich schon sehr auf die Denke der Autoren einlassen, sagt er. Durch die Lösungskarten könne man aber nicht steckenbleiben.

Exit-Spiel mit Müllproblem

Trotzdem findet unser Experte die Karten zu klein und das Thema der Abenteuer zu aufgesetzt. Hinzu komme, dass das Spielmaterial manchmal nicht beliebig oft verwendet werden könne, weil man es für die Lösung beschädigen oder zerstören muss. Das ist auch ein großer Kritikpunkt in der Gaming-Community.

Mit großen Karten und einer App

Wer auf weniger Material setzt und digitaler spielen möchte, kann Unlock! vom Verlag Space Cowboys testen. Das Spiel enthält drei Abenteuer und ein Tutorial-Spiel, das die Grundmechanismen in wenigen Minuten vermittelt.

Dazu gehören verschiedene, ziemlich große Karten. Eine App liefert den Sound und zählt die Zeit runter. Codes, die ihr erspielt, gebt ihr in die App ein. Über sie bekommt ihr dann Hinweise, die bei schwierigen Rätseln helfen. Außerdem liefert die App auch akustische Rätsel. Frank findet, dass die Soundrätsel das Spektrum ganz enorm erweitern.

"Wenn du falsch rätst, drückst du in der App auf 'Strafe' und die Zeit wird abgezogen."
Frank Zirpins, Deutschlandfunk-Nova-Spieleexeperte

Frank hat sich noch ein drittes Spiel angesehen: "Escape Room - das Spiel" von Noris. Der Basisbox für rund 40 Euro liegt ein sperriger schwarzer Kasten bei - der "Chrono-Decoder". Der braucht Batterien, wenn er angeschaltet ist, leuchten rote Zahlen und zeigen die obligatorischen 60 Minuten an. Ein Druck auf den roten Knopf setzt den Countdown in Gang.

Mit der Plastikmaschine aus dem Gefängnis

Bei diesem Spiel gibt es keine Karten, die die Rätsel vorantreiben. Hier kommt jedes Abenteuer in drei Akten, das zugehörige Material ist auf Umschläge oder Schachteln verteilt. "Prison Break" heißt das leichteste Abenteuer - insgesamt vier sind in der Basisbox enthalten.

Bei "Prison Break" brecht ihr aus dem Gefängnis aus. Im ersten Umschlag befinden sich nur ein paar Papierteile mit Informationen. Manchmal meldet sich der Chrono-Decoder und ihr dürft dann auf eine Hilfekarte schauen.

Mit weiteren Schlüsseln kommt ihr an die nächsten Hinweise mit Zahlen und Symbolen. Jeder Akt dieses Spiels läuft auf einen Code heraus, der aus vier Schlüsseln besteht. Die müssen dann in der richtigen Reihenfolge in den Chrono-Decoder gesteckt werden. 

Ein ideenreiches Spiel

Unser Spieleexperte Frank findet das Spiel ziemlich gut. Für ihn kommt es einem echten Escape-Room am nächsten. Bei den Logikaufgaben in den Umschlägen müsse man sich als Spielgruppe gut organisieren, gut miteinander reden, um das in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. 

Allerdings seien manche der Abenteuer keine Escape-Räume im engeren Sinn, sondern eher Countdown-Geschichten nach dem Motto: 60 Minuten um die Welt zu retten. Dennoch ist Escape Room für ihn der Favorit unter den getesteten Spielen.

"Wir sind inzwischen ganz dicke, der Chrono-Decoder und ich."
Frank Zirpins, Deutschlandfunk-Nova-Spieleexeperte

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