Bestellt ihr manchmal bei Foodora oder auch Lieferheld? Dahinter steckt Delivery Hero. Das Unternehmen hat beim Börsengang viel Geld gemacht, obwohl es Verluste macht. Warum, das erklärt Sina Fröhndrich aus der Wirtschaftsredaktion.

Knapp eine Milliarde Euro hat der Essenslieferdienst Delivery Hero bei seinem Börsengang eingesammelt. Es war die größte Neuemission des Jahres an der Frankfurter Börse. Insgesamt wurden rund 39 Millionen Aktien ausgegeben zum Stückpreis von 25,50 Euro. Das Unternehmen wird mit knapp 4,4 Milliarden Euro bewertet.

Hohe Bewertung trotz Verluste

Dabei macht Delivery Hero zurzeit Verluste. Wie kann das sein? "Es gibt einige, die glauben, dass Essenslieferdienste ein richtig gutes Geschäftsmodell sind, die eine Zukunft haben", sagt Sina Fröhndrich aus der Wirtschaftsredaktion. Und bei Delivery Hero sind die Erwartungen anscheinend ziemlich groß.

"Die Börse handelt nicht immer nur harte Zahlen und Fakten, sondern es geht auch um Erwartungen und Hoffnungen."
Sina Fröhndrich aus Wirtschaftsredaktion

Und die Erwartungen sind nicht unrealistisch. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Essenslieferdienste künftig ordentlich Geld machen:

  • Denn viele Städter sind eher faul. Vom Sofa aus Essen bestellen ist echt gemütlich. Die Nachfrage ist da und wird wohl eher noch wachsen. 
  • Das Geschäftsmodell verspricht Gewinne: Bei Lieferheld zum Beispiel zahlen die Restaurants zehn Prozent Provision.
  • Die Essenslieferdienste erinnern an Angebote wie Air BnB, Uber oder Helpling. Das sind alles Geschäftsmodelle, die eine vorhandene Infrastruktur nutzen. Das heißt, sie brauchen kaum eine Infrastruktur aufzubauen - sie brauchen lediglich eine App.

Mit dem Schritt an die Börse wollte Delivery Hero Geld machen, auch um Kredite zurückzuzahlen. Außerdem will und muss das Unternehmen weiter investieren. Auch gegen den niederländischen Dauerkonkurrenten Takeaway mit Lieferando und Deliveroo.

Teils miese Arbeitsbedingungen

Bei den Essenslieferdiensten geht es immer wieder auch um die Arbeitsbedingungen der Fahrer. Zuletzt demonstrierten in Berlin Fahrer von Foodora sowie dem Konkurrenten Deliveroo. Sie nutzen ihr eigenes Fahrrad, ihr privates Handy plus Datenvolumen. Dafür wollen sie jetzt entschädigt werden. Auch wollen sich die Fahrer gewerkschaftlich organisieren.

Aber am besten beim nächsten Mal Essen bestellen, fragt ihr einfach den Fahrer direkt, wie er die Arbeit findet.