Ethereum ist eine Kryptowährung, die in den vergangenen Wochen einen sagenhaften Aufstieg hinter sich hat. Doch jetzt gab es einen Crash. Der zeigt ziemlich deutlich, wo die Gefahren dieser Währung liegen.

Um 4400 Prozent war der Kurs von Ethereum seit Jahresbeginn gestiegen. Doch dann gab es den Flash-Crash. Jemand hatte Ether, so nennt man die Währungseinheit von Ethereum, in Millionenhöhe verkauft, die Preise purzelten von 400 Dollar sogar kurzfristig auf 10 Cent. Danach hat sich der Kurs wieder deutlich gefangen. Auf über 300 US-Dollar.  

Dann kam das Gerücht auf, dass der Miterfinder von Ethereum, Vitalik Buterin, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Der aber postete Montag Morgen auf Twitter ein Foto, dass alles in Ordnung sei. Der Ether-Kurs rutschte trotzdem in den Keller und liegt jetzt bei gut 250 US-Dollar.

"Fake-News bewegen die Märkte hier viel stärker als bei etablierten Währungen. Vielleicht ist gerade auch die Luft raus, nach dem Hype in den vergangenen Monaten."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Praktische Folgen hat der Hype auf dem Hardware-Markt. Um Geld mit der Kryptowährung Ethereum zu verdienen, braucht man rechenstarke Grafikkarten. Diejenigen, die sich besonders gut eignen, sind praktisch ausverkauft. Der Hersteller Saphire reagiert darauf und bringt jetzt in Großbritannien spezielle Ethereum-Mining-Grafikkarten auf den Markt.

Kryptowährungen funktionieren als dezentrales Zahlungssystem mit der sogenannten Blockchain-Technologie, bei der sich jeder mit Rechenleistung sozusagen in die digitale Währung einkaufen kann.

Geld verdienen mit Ether

Die Redaktion von heise.de hat da mal eine Rechnung gemacht: Ein gut auf das Mining abgestimmter PC mit 2 Grafikkarten und Windows-10-BS kann im 24-Stunden-Betrieb pro Monat rund 340 Euro in Ethereum erzeugen. Allerdings ist der Test von Mitte Juni – da war der Kurs noch höher. Jetzt dürften es etwa 250 Euro sein. Davon müsst ihr noch rund 80 Euro Stromkosten abziehen, die der Rechner im Monat im Hochlastbetrieb verbraucht. Was dann übrig bleibt, ist aber auch nur eine Momentaufnahme.

"Ich rechne nicht damit, dass so ein einfaches Geldverdienen auf Dauer möglich ist. Die Kurse sind so volatil, dass es schon morgen unwirtschaftlich sein könnte, diesen Aufwand zu betreiben."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova