Euphorie sieht anders aus. 100 Tage vor Beginn der Fußball-EM ist in Frankreich noch herzlich wenig Begeisterung zu spüren. Dafür steht schon jetzt fest: Die Sicherheitsvorkehrungen werden so streng sein wie nie.

Keine besondere Berichterstattung, keine Plakate oder Wimpel: Wie unsere Frankreich-Korrespondentin Astrid Corall berichtet, ist im Moment in Frankreich noch wenig bis keine Vorfreude auf die Fußball-EM zu spüren. Allerdings ist ja auch noch etwas Zeit. 100 Tage dauert es noch bis zum Anstoß im Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis, wo am 10. Juni 2016 das Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Rumänien stattfindet.

Sicherheitsbedenken statt Vorfreude

"Die Euphorie kommt vielleicht erst mit dem Turnier - das war bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich wohl genauso", sagt Astrid Corall. Neben dem Winterwetter drücke außerdem auch die aktuell wirtschaftlich schwierige Lage auf die Stimmung vieler Franzosen. Und vor allem: Die Erinnerung an die Terroranschläge im November 2015 - unter anderem unweit des Stade de France - sei noch sehr präsent.

"Es wird eine Europameisterschaft mit extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen."
Frankreich-Korrespondentin Astrid Corall

Klar, dass es massive Sicherheitsvorkehrungen geben wird: "Es wird verschärfte Kontrollen vor den Stadien geben", berichtet Astrid Corall, "alle Besucher, auch Kinder, werden abgetastet, es wird mehrfache Taschenkontrollen geben und Videoüberwachung".

Besonders heikel: Die Fanzonen in den verschiedenen Städten, in denen Spiele stattfinden werden und in denen täglich zwischen 20.000 und 100.000 Menschen erwartet werden. "Da fragt man sich gerade, wie man das eigentlich überwachen soll und wie man diese Menschen schützen soll", sagt Korrespondentin Astrid Corall.

Wenigstens in Evian freut man sich

Etwas anders sehe es in Evian aus - der Stadt am Genfer See, in der die deutsche Nationalmannschaft ihr Lager aufschlagen wird: "Da merkt man doch schon etwas Vorfreude", erzählt Astrid Corall. "Viele Kinder hoffen darauf, mal beim Training zuschauen zu dürfen und freuen sich vor allem auf Stürmerstar Thomas Müller." Und die Erwachsenen erhoffen sich positive Werbung für ihre Stadt.