Immer auf Abruf bereitstehen und im Alarmfall blitzschnell und hochkonzentriert handeln: So sieht der Alltag von Abfangjäger-Piloten der deutschen Bundeswehr im niedersächsischen Wittmund aus.

Die Ukraine-Krise spiegelt sich auch in der Luft wider: In den letzten Monaten wurden verstärkt Kampfjet-Manöver geflogen - von der russischen Luftwaffe genauso wie von Nato-Flugzeugen. Immer wieder kommt es außerdem vor, dass fremde Flugzeuge, die sich unangemeldet und ohne Funkkontakt durch die Luft bewegen, von speziellen Piloten abgefangen werden.

Immer in Alarmbereitschaft

Auch im niedersächsischen Wittmund sind solche Piloten stationiert: Zwei Abfangjäger des Typs Eurofighter stehen dort rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Sobald im Aufenthaltsraum die Alarmglocke läutet, muss es schnell gehen, berichtet unser Reporter Alexander Budde: Spätestens 15 Minuten nach dem Alarm müssen die Eurofighter in der Luft sein - das ist Nato-Standard.

"Das ist fast wie Einkaufen vor Weihnachten: Man hat immer zu wenig Zeit."
... sagt ein Abfangjänger-Pilot aus Wittmund über seine Arbeit

Koordiniert werden die Einsätze vom Nato-Gefechtsstand in Uedem. Häufigster Anlass: Es besteht kein Funkkontakt zu dem Flugzeug, das sich unangemeldet durch die Luft bewegt. Manchmal handelt es sich dabei einfach um ein Versehen - wenn zum Beispiel der Frequenzwechsel vergessen wurde oder nicht geklappt hat.

Manchmal handelt es sich aber eben auch um militärische Flugmanöver, mit denen in kleinen Dosen und gezielt provoziert werden soll. Auch dann steigen Abfangjäger auf und begleiten die fremden Flugzeuge zurück in deren eigenen Luftraum. Gefährlich werden Abfang-Flüge in der Regel jedoch nicht, sagt Alexander Budde.