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Die Beziehungen zwischen der EU und China sind derzeit etwas schwierig. Unter anderem geht es dabei um eine Vertretung Taiwans in Litauen.

Die EU-Außenminister haben bei einem aktuellen Treffen auch über China diskutiert. Denn das Land will mehr Einfluss nehmen – auch auf Europa. Zuletzt gab es außenpolitischen Knatsch mit China, weil Litauen beschlossen hat, dass Taiwan in dem Land eine diplomatische Vertretung bekommt. Aus Sicht der chinesischen Regierung ist das nicht in Ordnung, denn für China ist Taiwan ein abtrünniger Teil der Volksrepublik. Unsere Korrespondentin Ruth Kirchner erklärt, warum China sofort sehr hart reagiert hat.

"Peking ist richtig sauer."
Ruth Kirchner, Korrespondentin für China

Ähnliche Vertretungen gibt es zwar auch in anderen Ländern, etwa in Deutschland. In Berlin beispielsweise heißt das entsprechende Büro Taipeh-Vertretung. Und das ist der große Unterschied, denn die Regierung in Vilnius will Taiwan erlauben, diese Vertretung unter dem Namen "Taiwan" laufen zu lassen. "Dieser Name Taiwan im Titel, das ist für China ein absolutes No-Go", sagt Ruth Kirchner. Die chinesische Führung sagt, damit werde die Inselrepublik quasi anerkannt und das geht aus ihren Augen nicht.

China habe daraufhin seinen Botschafter aus Vilnius zurückgerufen und die litauische Botschafterin in Peking rausgeschmissen. Unsere Korrespondentin berichtet: "Es gibt auch Medienberichte, dass eine Güterzugverbindung nach Litauen gestoppt wurde – eine Güterzugverbindung im Zuge dieser neuen Seidenstraße."

Unsere Korrespondentin Ruth Kirchner findet diese Reaktion ein bisschen unverhältnismäßig: "Die große, mächtige Volksrepublik, zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, will dem kleinen Litauen zeigen, wo der Hammer hängt, so wirkt das." Aber es sei eben auch ein Signal, dass China nicht mit sich scherzen lässt.

China will ein Zeichen setzen – und gute Wirtschaftsbeziehungen

Ruth Kirchner findet diese Art der Politik typisch für China: "Das ist auch so ein Zeichen, dass China damit anderen Ländern senden will: Haltet euch an die Ein-China-Politik!". Also: Keine zu engen Verbindungen zu Taiwan, sonst werde China reagieren. China versuche in solchen Situationen sein wirtschaftliches Gewicht in die Waagschale zu werfen.

Was das Land jedoch oft nicht wahrnehme sei, dass so eine Reaktion den gegenteiligen Effekt auslöse. So auch jetzt in der EU, die eher zusammenrücke und sage: 'Nein, halt, stopp. So kann Peking mit einem unserer Mitglieder nicht umspringen.'

China wünscht sich gute Wirtschaftsbeziehungen – vor allem zu den großen Playern in Europa, wie Deutschland und Frankreich. "Man wünscht sich offene europäische Märkte auch für chinesische Investitionen. Man hat nach wie vor natürlich auch ein großes Interesse an Technologie aus Europa", sagt Ruth Kirchner. China wünsche sich auch sehr, dass Europa nicht zu dicht an die USA rückt und dass es gegenüber China keinen Schulterschluss mit den USA gibt.

"Man muss in China immer genau gucken, was sagt die Staatsführung und was macht sie dann? Und sie macht im Prinzip in ganz vielen Bereichen das Gegenteil."
Ruth Kirchner, Korrespondentin für China

Das Problem sei jedoch, dass China sich häufig nicht an internationale Regeln halte. Und gleichzeitig versuche es, starken Einfluss zu nehmen in anderen Teilen der Welt. "Also das, was Xi Jinping sagt, und das, was das Land dann tut - das klafft in vielen Bereichen ganz schön auseinander", so unsere Korrespondentin.