Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, kurz bevor am 7. Mai 1824 im Wiener Theater am Kärntnertor die 9. Sinfonie des Bonner Komponisten Ludwig van Beethoven uraufgeführt wurde – so leise und gespannt war das Publikum. Für den Komponisten war das allerdings egal. Er hörte weder das Konzert, noch den Applaus.

Als das Ensemble auf der Bühne Platz genommen hatte, rieben sich einige Besucher verwundert die Augen, denn neben den Musikern stellte sich ein Chor auf. So etwas hatte es in einer Sinfonie noch nie gegeben. Als aber nach etwa 70 Minuten dieser Chor die "Ode an die Freude" nach einem Text von Friedrich Schiller intonierte, wich die Skepsis, und viele im Saal waren begeistert.

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Beethoven war bei der Uraufführung bereits taub

Ludwig van Beethoven hat von der Premiere wenig mitbekommen, obwohl er mit dem Dirigentenstab auf der Bühne stand. Er konnte weder seine Musik noch den Beifall des Publikums hören, weil er seit Jahren taub war. Ohne Gehör hat Beethoven ein Meisterwerk geschaffen, das nicht nur die Hymne der Europäischen Union (>anhören) wurde, sondern auch ins Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen worden ist. Die 9. Sinfonie war Beethovens letzte – und ist bis heute eines der bekanntesten Werke der klassischen Musik weltweit.

Ihr hört in "Eine Stunde History":

  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff erinnert an die Uraufführung der 9. Sinfonie in Wien.
  • Christine Siegert, Archivleiterin des Bonner Beethovenhauses, berichtet über ein Genie, das im persönlichen Umgang nicht leicht gewesen ist.
  • Der Musikredakteur des Deutschlandfunks, Jochen Hubmacher, ordnet die musikwissenschaftliche Bedeutung Beethovens ein.
  • Klaus Martin Kopitz ist Komponist und versucht Vergleiche zu modernen Komponisten zu ziehen.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert die revolutionäre Zeit, in der der Musikrevolutionär Ludwig van Beethoven gelebt und komponiert hat.