Antarktisfische haben ein Frostschutzprotein, damit ihnen im kalten Wasser nicht das Blut stockt. Klingt clever. Doch das Super-Protein hat auch Nachteile.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Oregon, veröffentlicht im Fachjournal PNAS.

Die Antarktisfische leben im Meer rund um den Südpol. Dort steigen die Wassertemperaturen selten über den Gefrierpunkt. Der Salzgehalt verhindert, dass das Meerwasser gefriert. Und das Frostschutzprotein verhindert, dass die Fische gefrieren.

Das Blut der Antarktisfische bleibt flüssig

Das Protein wirkt sich auf den Wasseranteil des Blutes der Fische aus, sodass ihr Blut flüssig bleibt. Doch zugleich nehmen die Tiere in diesen antarktischen Gewässern auch Eiskristalle aus der Umwelt auf, die zum Beispiel über das Meerwasser in ihren Körper gelangen. Bislang nahmen Meeresbiologen an, dass die Eiskristalle in den Fischen spätestens in den Sommermonaten wieder schmelzen, sobald das Meerwasser wieder Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erreicht.

Eiskristalle können zur Gefahr werden

Das Frostschutzprotein verhindert also nicht nur die Eisbildung im Blut, es schützt auch die Eiskristalle im Körper der Fische vor dem Schmelzen. Doch genau das kann problematisch für die Fische werden. Denn nach und nach sammeln sich Eiskristalle im Körper der Tiere, die ihnen schaden können.

Die Forscher haben herausgefunden, dass sich die Kristalle auf Dauer in der Milz sammeln. Damit könnten die Fische eine Möglichkeit gefunden haben, diese wieder abzubauen. Ob das wirklich so ist, muss noch erforscht werden. So lang gehen die Forscher davon aus, dass der Schmelzschutzeffekt für die Fische eher nachteilig ist. Evolution ist nicht immer ganz durchdacht.