Diskriminierende Erfahrungen gehören für viele Deutsche zum Alltag. Alice Hasters zeigt, wie tief Rassismus in unsere Gesellschaft eingebettet ist.

Manchmal steckt hinter einer blöden Frage sogar echtes Interesse. Und trotzdem kann sie verletzen und diskriminieren: Wie ist das denn bei euch? Oder ein Klassiker: Woher kommst du denn wirklich? Alice Hasters kann auf die letzte Frage – wenn sie denn will - mit einem Wort antworten: Köln.

Nicht immer hat sie dabei Nerven, die ganz große Rassismus-Debatte aufzumachen: "Ich muss mir da manchmal auch verzeihen, wenn ich es nicht anspreche." Beides kostet Kraft. Die Frage verletzt, die Auseinandersetzung ist anstrengend. "Denn die Leute reagieren sehr empfindlich auf Rassismus-Vorwürfe", sagt sie. Vor allem weiße Menschen.

Die und andere können Alice Hasters' Gedanken zum Thema in ihrem neuen Buch nachlesen: "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten."

"Ich bringe Rassismus nicht mit."
Autorin Alice Hasters

Dabei betrachtet Alice Hasters Rassismus systemisch, zeigt also auf, wie sich gewisse Denk- und Verhaltensmuster durch viele gesellschaftliche Bereiche ziehen: Job, Partnerschaft, Alltags-Leben.

Als Kind, erinnert sie sich, gab es immer wieder Situationen, in denen Leute meinten, ihr kölsche Traditionen nochmal extra erklären zu müssen, damit sie die auch wirklich begreift. "Wenn man versteht, dass mit der Zuschreibung von ‚Weiß‘ und ‚Schwarz‘ auch die unterschiedliche Verteilung von Macht und Privilegien einhergeht, dann ist eine Menge verstanden", sagt sie.

"Ich bin eine Schwarze Frau."
Autorin Alice Hasters

In Eine Stunde Talk erzählt Alice Hasters, warum wir unseren Geschichtsunterricht neu gestalten müssen, was ihre Identität ausmacht und was sie ihrem weißen Freund schreiben würde.