Oft berichten wir über spezielle Eigenschaften von Tieren, aber auch wir Menschen haben besondere Fähigkeiten: Wir erkennen Emotionen in Stimmen aller landlebenden Wirbeltiere.

Es ist egal, ob wir schon mal einen Mississippi-Alligator oder Berberaffen brüllen gehört haben, sofort erkennen wir, ob sie uns wohlgesonnen sind oder nicht. Das haben Forscher der Vrije Universität Brüssel und der Ruhr-Universität Bochum mit Kolleginnen und Kollegen aus Alberta, Kanada und Wien bei ihrer Studie festgestellt: 75 Studienteilnehmer hörten neun verschiedene Tierlaute von verschiedenen Wirbeltierspezies aus der Klasse der Säugetiere, Amphibien und Reptilien inklusive Vögeln. 

Gefährlicher Grundton

87 Prozent der Teilnehmer, deren Muttersprachen Englisch, Deutsch oder Mandarin sind,  haben das Brüllen des Alligators richtig erkannt. Beim Berberaffen lag die Quote noch bei 60 Prozent. Ausschlaggebend ist dabei die tiefste und die mittlere Frequenz in einem Frequenzgemisch. Aus diesem Gemisch können wir wahrscheinlich schon seit 350 Millionen Jahren Erregungszustände erkennen. 

Bekannt war, dass Menschen Emotionen in den Stimmen verschiedener Säugetiere erkennen können. Jetzt wissen wir: Das gelingt uns auch bei Amphibien und Reptilien. Wir können zwischen einem niedrigen und hohen Erregungszustand unterscheiden.

Frühwarnsystem

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass "es fundamentale Mechanismen für den akustischen Ausdruck von Emotionen gibt - und zwar über alle Wirbeltierklassen hinweg". Dabei könnte es sich um "ein Signalsystem mit einem gemeinsamen evolutionären Ursprung handeln". Diese Signale sind beispielsweise wichtig für uns, um zu unterscheiden, ob ein Raubtier es gleich auf uns abgesehen hat, oder ob es eher gechillt durch die Landschaft streift.

Diese Fähigkeit ist so gut ausgebildet, dass wir so gar erkennen können, wie der Bromelien-Laubfrosch drauf ist.