Pinguine leben in einigen der extremsten Regionen der Welt und haben sich perfekt an ihre Umgebung angepasst. Nun haben Forschende mithilfe von Genomdaten lebender und ausgestorbener Pinguinarten herausgefunden, wie sie sich entwickelt haben.

Pinguine leben extrem: Viele Arten wohnen rund um die Antarktis – es ist kalt, außer Eis und Wasser gibt es da nicht viel. Doch die Tiere kommen mit diesen Bedingungen klar. Sie jagen ihr Futter unter Wasser und dank einiger Tricks ertragen sie auch die Kälte.

Das war nicht immer so. Vor mehr als 60 Millionen Jahren haben sie sich noch gar nicht so stark von anderen Seevögeln unterschieden. Forschende der Universität Kopenhagen haben deshalb untersucht, wie Pinguine zu solchen Spezialisten werden konnten.

"Wahrscheinlich liegt der Ursprung der Pinguine in Neuseeland."
Anne Tepper, Deutschlandfunk Nova

Demnach liegt der Ursprung der Pinguine wahrscheinlich in Neuseeland. Von dort aus breiteten sie sich dann vor allem auf der Südhalbkugel Richtung Südamerika und Antarktis aus. In diesen Millionen Jahren passten sich die Tiere immer wieder einer neuen Umgebung, aber vor allem auch den klimatischen Veränderungen auf der Erde an.

Letzte Eiszeit entscheidend

"Die Forschenden sagen, dass dabei vor allem die letzte Eiszeit eine große Rolle spielte. Die war vor ungefähr 115.000 bis 12.000 Jahren", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anne Tepper. In dieser Zeit breitete sich das Eis vom Südpol stark nach Norden aus. "Um noch freies Wasser zu finden, wo man reintauchen und jagen kann, zogen sich die Pinguine in andere Bereiche weiter nördlich zurück", erklärt Anne.

Dort lebten sie dann in kleineren, isolierten Populationen. Diese kleinen Pinguingruppen passten sich ganz individuell an den neuen Lebensraum an. Als es dann vor rund 12.000 Jahren wieder wärmer wurde, folgten die Populationen der Kälte. In der Nähe der Pole wuchsen sie wieder enger zusammen und tauschten Gene aus.

Anpassung zu langsam für die Klimakrise

"Diese ganzen genetischen Veränderungen haben die Forschenden untersucht – bei heute noch lebenden Pinguinen im Vergleich zu schon lange ausgestorbenen Arten", sagt Anne Tepper, "die größten Veränderungen gab es dabei immer, wenn sich auch das Klima veränderte – wie bei der letzten großen Eiszeit."

Zwar scheinen Pinguine sehr anpassungsfähig zu sein. Trotzdem sind die Forschenden nicht so optimistisch, was den aktuellen Klimawandel angeht. "Denn die Pinguine haben die ganzen Anpassungen sehr früh in ihrer Entwicklung erworben", sagt die Deutschlandfunk-Nova-Reporterin. Mittlerweile sei ihre Evolutionsrate aber eine der niedrigsten unter allen Seevögeln – ihr Genom verändere sich nur noch sehr langsam. "So kann man sich einem so rasanten Klimawandel wie aktuell nicht anpassen", sagt unsere Reporterin.