Der spanische Künstler Salvador Dalí ist seit fast 30 Jahren tot. Jetzt ist seine Leiche exhumiert worden, weil eine Frau glaubt, seine Tochter zu sein.

Die Spanierin Maria Pilar ist sich sicher: Salvador Dalí war ihr Vater. Er hat es nur nie zugegeben. Pilars Mutter soll in den 1950ern als Haushaltshilfe bei Freunden von Dalí angestellt und eine heimliche Affäre mit dem Maler gehabt haben. Daraus hervorgegangen: Maria.

Maria Pilar wurde 1956 geboren und kämpft mittlerweile seit zehn Jahren dafür, dass die Vaterschaft Dalís anerkannt wird. Ein Gericht hat deshalb angeordnet, den Künstler aus der Gruft zu holen.

Art des Grabes ist wichtig

Bei einer Exhumierung nimmt der Rechtsmediziner an verschiedenen Stellen des Körpers Proben: kleine Knochenstücke, Haare, Zehennägel, Fußnägel, Zähne, wenn noch Weichgewebe vorhanden ist, auch das.

Ob eine Exhumierung aber überhaupt ein brauchbares Ergebnis liefert, also zum Beispiel eine Vaterschaft eindeutig klären kann, hängt in erster Linie davon ab, wie gut die Leiche erhalten ist, erklärt Rechtsmediziner Carsten Babian. Und da kommt es nicht darauf an, wie alt die Leiche ist, sondern wie sie bestattet wurde.

"Verstorbene, die auf einem Friedhof vor zehn oder 20 Jahren beigesetzt worden sind, können schon so weit zersetzt sein, dass man keine DNA mehr findet."
Rechtsmediziner Carsten Babian

Besonders exhumierungsfreundlich sind trockene Sandböden, in denen die Leiche schnell ihre Feuchtigkeit verliert und mumifiziert. Oder genau das Gegenteil: Wenn ein Toter unter Luftabschluss im Wasser liegt, entwickelt er sich zu einer Fettwachsleiche. Und die verrottet auch nicht.

Mehrere Millionen Euro Erbe

Die Leiche von Salvador Dalí ist nach Angaben der Rechtsmediziner noch ziemlich gut erhalten gewesen, auch sein typischer Schnurrbart war noch an Ort und Stelle. Dalí wurde nämlich vorher einbalsamiert und in einer Gruft bestattet, ohne Kontakt zum Erdboden. Der Maler hatte vor seinem Tod festgelegt, dass sein Leichnam mindestens 300 Jahre überdauern müsse.

Die entnommenen Proben von Dalí werden jetzt mit einer DNA-Probe von Maria Pilar abgeglichen. Das kann mehrere Wochen dauern. Sollte die Spanierin wirklich Dalís Tochter sein, könnte sie auch Anspruch auf sein Erbe haben. Das wird auf etwa 300 Millionen Euro geschätzt. Die hatte Dalí dem spanischen Staat und einer Stiftung vermacht.