Nichts für Angsthasen: Thierry Aebischer und Raffael Hickisch sind in die Zentralafrikanische Republik gereist und haben Kamerafallen aufgestellt. Längst ausgerottet geglaubte Tierarten sind ihnen vor die Linse gelaufen, aber auch Mambas, Leoparden und Wilderer.

Auf der Suche nach einer interessanten Region für eine Forschungsarbeit kam der Schweizer Thierry Aebischer auf die Idee das zentralafrikanische Chinko-Becken zu untersuchen. Landschaftlich setzt sich das Gebiet aus einem Mosaik aus tropischen Regenwäldern und Waldsavannen zusammen und bietet eine große Artenvielfalt. Permanente Siedler gibt es nicht - auch ein Grund für das prächtige Gedeihen von Pflanzen und Tieren.

"Zwei junge Burschen ohne akademischen Grad machen eine Forschungsreise. Das klingt nicht nur absurd, es ist auch schwer vorstellbar, dass man es umsetzen kann."
Raffael Hickisch, Naturforscher und Sozialökologe

Das Chinko-Becken liegt etwa 800 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Bangui. Finanziell und logistisch eine große Herausforderung: Ferngläser, Kamerafallen, Medikamente, Proviant und Zelte mussten transportiert werden. Thierry Aebischer tat sich mit dem Informatiker und Sozialökologen Raffael Hickisch zusammen. Sie waren Anfang 20, als sie mit ihrer Planung begannen.

Auf Expedition mit einem Großwildjäger

Thierry und Raffael setzten sich hin und rechneten die Kosten aus, für all das, was sie benötigen würden. Rund 50.000 Euro würden sie brauchen. Rund 50 Förderanträge schrieben sie, aber zunächst wollte niemand das Projekt unterstützen, das angeblich wenig Aussicht auf Erfolg hatte. Auch ihre Eltern informierten sie erst kurz vor ihrer Abreise als die Planung bereits abgeschlossen war.

Region in ein Naturschutzgebiet umwandeln

Vorort arbeiteten sie mit einer Safariorganisation und einem Führer für Großwildjäger zusammen. Sonst hätten sie das Vorhaben logistisch gar nicht bewältigen können. Längst ausgestorben geglaubte Arten wie den Afrikanischen Wildhund und die Listige Languste konnten die beiden mit ihren Kameras festhalten. Aber sie hatten auch Begegnungen der gefährlichen Art mit Leoparden, Schwarzen Mambas, Malariamücken und Wilderern. Als nächstes planen sie das Chinko-Projekt: Das 17.000 Quadratkilometer große Gebiet soll in eine Biospährenreservat umgewandelt werden.