Bald datet eine oder einer unserer Tapfertypen Myon. Im Gepäck solltet ihr rote Kleidung haben, das gefällt dem humanoiden Robert derzeit am besten.

"Myon ist ein modularer humanoider Roboter", steht auf der Homepage des Forschungslabors Neurobiotik. Humanoid ist an Myon, dass er auf zwei Beinen steht und zwei Arme mit Greifhänden hat. Besonders menschlich sieht er aber deshalb noch lange nicht aus.

Myon hat ein Auge, ist zyklopig eher oder "lurchig", wie Benjamin Panreck vom Forscherteam Neurorobotik sagt, und er ist ungefähr so groß wie ein sieben Jahre alter Junge. Die Tapfertypen sollten durch Myon vor allem die Forschungsarbeit der Wissenschaftler kennenlernen und erfahren, wie ein Roboter funktioniert, meint der Nachwuchswissenschaftler.

Es gibt zwar die Möglichkeit, einen Roboter so menschenähnlich wie möglich zu gestalten, sagt Benjamin. Dabei besteht aber die Gefahr, dass der Roboter als abstoßend empfunden werden kann, wenn auch nur ein kleines Detail vom menschlichen Vorbild abweicht. Dieses Phänomen ist auch als Uncanny Valley bekannt. Genau das wollen die Forscher vermeiden.

"Wir wollen die Menschlichkeit nicht durch ein perfektes optisches Abbild erzeugen, sondern eher durch seine Bewegungen und sein Verhalten."
Benjamin Panreck, Forschungslabor Neurorobotik

Myons Väter legen großen Wert darauf, dass er selbstständig lernt. Wie gut er darin ist, hat er im vergangenen Jahr bei der Opernaufführung "My Square Lady" an der Komischen Oper Berlin gezeigt. Aus dieser Zeit scheint seine Vorliebe für rote Kleidung zu kommen. Benjamin vermutet, dass ihn die rote Bestuhlung und die roten Wände beeinflusst haben. Seitdem fokussiert er am liebsten rote Objekte.

"Man sollte ein rotes Kleidungsstück mitbringen, weil der Myon derzeit einen Faible für rote Kleidung hat."
Benjamin Panreck, Forschungslabor Neurorobotik

Für die Wissenschaftler ist Myon eine reine Forschungsplattform, sagt Benjamin. Sie wollen an dem Roboter Verhaltensweisen und auch neuronale Netze erforschen. Beispielsweise ist das aufrechte Stehen, für uns ein unbewusster Vorgang, eine sehr komplexe Verhaltensweise, vor allem wenn Störmomente wie starker Wind dazu kommen, sagt Benjamin.

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