Rund 7.588 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Peking und Bad Nenndorf. Wenn man diese Strecke zu Fuß läuft, muss man Umwege machen. "Dann sind es 15.000 Kilometer", sagt Christoph Rehage. Er ist diese Strecke gelaufen. Oder besser: Zumindest hat er es versucht.

Die Haare sind lang, der Bart auch und die Haut ist ziemlich gebräunt. So sah Christoph Rehage am Ende seiner Reise aus, als er irgendwo im Grenzgebiet zwischen China und Kasachstan unterwegs war. "Ich wollte aussehen wie Forrest Gump", sagt Rehage. 352 Tage vorher sah Christoph noch ganz anders aus und auch seine Sicht auf die Welt war eine andere.

"War diese Person wirklich ich? Denn dieser Optimismus, diese Naivität vom Anfang, die waren am Ende weg."
Christoph Rehage

Anfangs hatte er sich die Reise nämlich sehr einfach vorgestellt. Von China nach Hause laufen. "Ich habe das sehr sehr ordentlich geplant, ich bin ja aus Hannover. Und wir haben nicht viel zu tun da. Wenn ich in den Supermarkt gehe, dann schreibe ich ja auch eine schöne Liste." Zu diesem Plan gehörte auch, die deutschen Botschaften in China, Kasachstan und im Iran anzuschreiben und nach möglichen Gefahren zu fragen. "Und die meinten: Das passt schon", sagt Rehage.

Schluss mit der Freundin, Schluss mit der Wanderung

Kurz vor Kasachstan muss für Christoph Rehage eigentlich alles gut ausgesehen haben: Er hatte die Frisur, die er schon immer haben wollte und er hatte in etwas weniger als einem Jahr ganz China zu Fuß durchquert. Schade nur, dass die Freundin in Deutschland da nicht mehr mitgemacht hat. Sie machte einfach Schluss - und Rehage kam damit nicht nur die Frau, sondern auch das Ziel seiner Reise abhanden.

"Man denkt: Stell dich nicht so an, es gibt viele Frauen auf der Welt. Aber wenn einen so etwas trifft: Ich habe gedacht, wo laufe ich eigentlich hin?"
Christoph Rehage

Kurzentschlossen schnitt sich Christoph die Haare und den Bart, zog sich neue Klamotten an und nahm das nächste Flugzeug nach Deutschland. Seine Freundin bekam er trotzdem nicht zurück. Kleiner Trost: Sein Blog gefiel dem Piper-Verlag so gut, dass er aus seinen Erlebnissen ein Buch machte. Es heißt "The longest Way".