Die Blockupy-Bewegung hatte schon vor Monaten zu Demonstrationen gegen die EU-Krisenpolitik aufgerufen. Bereits am frühen Morgen zeigt sich, dass es nicht bei einem friedlichen Protest bleibt. Es brennen Autos, fliegen Steine, die Polizei setzt Wasserwerfer ein. Nina Bust-Bartels berichtet aus Frankfurt.

Hubschrauber über der Stadt. Mehrere Wagen darunter auch Streifenwagen der Polizei wurden angezündet, Barrikaden errichtet. Rund 350 Festnahmen meldete die Frankfurter Polizei. Ein großes Polizeiaufgebot ist in Frankfurt im Einsatz. Tausende Demonstranten sind bereits in der Stadt, etwa 10.000 werden erwartet. Der Großteil von ihnen will friedlich demonstrieren, auch eine große Gruppe des DGB ist vor Ort. Am Nachmittag sollen weitere Demonstrationen vor dem EZB-Gebäude stattfinden.

Blockupy, ein internationales Bündnis verschiedener Organisationen, hatte zu den Protesten gegen die Sparpolitik der EU und soziale Ungerechtigkeit aufgerufen. Die offizielle Eröffnungsfeier sollte blockiert werden. Für die Demonstranten ist das neue EZB-Gebäude Symbol einer ungerechten Krisenpolitik, 1,3 Milliarden Euro hat der 185 Meter hohe Doppel-Turm gekostet. Vor der Eröffnung hatte die Polizei das Gelände großräumig gesichert.

Blockupy-Sprecher Malte Fiedler äußert sich am Rande der Demonstration: "Als Blockupy haben wir den Aktionskonsens, dass von uns keine Gewalt ausgehen soll." Er kritisierte die große Polizeipräsenz vor der Demonstration. Beobachter und viele Protestierende zeigten auch im Netz Unverständnis für die Gewalt.

"Es ist schade, dass mein friedlicher Protest dadurch in den Medien unsichtbar wird. Ich kann aber auch nachvollziehen, dass die Menschen wütend sind."
Demonstrant in Frankfurt