In unseren Facebook-Timelines könnten demnächst auch ganze Artikel auftauchen: ohne Ankündigung, ohne Teaser, ohne Link zum Weiterklicken - einfach nur der Text zum Lesen in der Facebook-App. Dass Facebook damit zu einer Art Netz im Netz werden will, steht schon länger im Raum.

Youtube hat's vorgemacht: YTitty oder LeFloid produzieren ihre Videos und stellen sie direkt auf ihre Youtube-Channels - ohne Umweg über eine eigene Website. Die Werbeeinnahmen kommen ihnen zugute - und Youtube bekommt ein bisschen was ab. Dieses Prinzip möchte Facebook jetzt auf journalistische Inhalte übertragen.

Darüber berichtet die New York Times in dem Artikel Facebook May Host News Sites’ Content. Kurz und bündig: Facebook will selbst Inhalte anbieten, anstatt sie nur zu verbreiten. Für Webseiten wie die von New York Times und Guardian stellt sich die Frage: Welchen Nutzen haben wir davon? Schließlich haben sie ein Interesse daran, dass die User auf ihren Seiten landen und surfen - dort ist die Werbung geschaltet, mit der sich die Webseiten finanzieren.

Laden von externen Seiten dauert zu lange

Facebook hat eigentlich ein ganz ähnliches Interesse: Es möchte, dass die Nutzer so lange wie möglich auf Facebook bleiben und nicht zu anderen, externen Seiten wechseln. Facebook argumentiert, dass es vielen Nutzern zu lange dauern würde, bis die externe Seite geladen ist - gerade bei der mobilen Nutzung.

Medienunternehmen brauchen Facebook

Sie nutzen Facebook gezielt, um ihre Inhalte zu streuen. Und sie wissen, dass die meisten User mittlerweile über Soziale Netzwerke - insbesondere über Facebook - auf ihren Seiten landen. Vermutlich würden viel mehr Menschen ihre Artikel lesen, wenn sie das direkt auf Facebook tun können.

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